Das gesammelte [Taubentipp]-Archiv


Markus Schneider empfiehlt

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[Verblüffend einfach Ziele erreichen] von Hans-Georg Willmann

Ein weiteres Selbsthilfe-Ratgeber-Büchlein üner positives Denken und "Den-Stier-bei-den-Hörner-Packen"? Ja, so dachte ich und ich hätte da keine große Lust drauf gehabt, wenn... ja wenn nicht die Schwester des Autors mich drauf aufmerksam gemacht hätte. Und mehr aus Höflichkeit (ich gebe es zu, sorry) hab ich mich an die Lektüre gemacht.

Warum beginnt so ein Buch mit der Schilderung einer Australienreise? Schon war meine Neugier geweckt - und nach circa fünf Seiten hab ich mir einen Stift und bunte Klebermarker geholt. Extrem praxistaugliche Tipps und Rezepte. Die 10-Minuten-Methode zum Beispiel, das Visualisieren. Ein Werkzeugkasten für den beruflichen und den privaten Alltag, sehr kompakt. Inspirierend wie der Autor seine persönlichen Erfahrungen, viele davon hat er auf Reisen durch die ganze Welt gemacht, einflicht und damit die einzelnen Kapitel einleitet. Klasse, bin ich mal wieder froh, dass ich nen guten Tipp bekommen habe. (Markus Schneider)

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Christine Rautenberg, Petra Rupp und Ulrike Fischer empfehlen

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[Acht Berge] von Paolo Cognetti

Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat.

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Ein großartiges, traumhaftes Buch über Naturverbundenheit, Freundschaft, Schicksal, das Leben, den Tod  und die Liebe. Ein Buch für Freunde der literarischen, einfachen, stillen, aber doch kraftvollen und poetischen Literatur, tiefgründig, herzlich und detailliert. Der Roman hat mich noch lange bewegt! (Christine Rautenberg)

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Claudia Werning empfiehlt

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[Die Stimme der Toten] von Elisabeth Herrmann

Judith Kepler ist zurück! Nachdem es die Tatortreinigerin und Putzfrau im ersten Band mit Spionage und Stasiakten zu tun hatte und dabei auch ihrer wahren Identität  als Tochter von „Republikflüchtigen“ auf die Spur gekommen ist, geht es in der Fortsetzung um einen Hackerangriff auf eine Bank und ein Neonazidorf in Mecklenburg-Vorpommern:

An einem eiskalten Morgen wird die Cleanerin zu einem Einsatz in einem Berliner Bankhaus gerufen. Ein Mitarbeiter hat sich dort offenbar in die Tiefe gestürzt. Alles sieht nach Selbstmord aus – bis Judith Kepler am Waschbecken kleinste Blutspritzer entdeckt. Pflichtgemäß informiert sie die Polizei – nicht ahnend, was sie damit auslöst. Denn nun gerät die junge Frau in das Visier dubioser Verschwörer, die einen Hacker-Angriff auf die Bank planen, Daten manipulieren und Politiker stürzen wollen. Und bald keimt in Judith ein weiterer Verdacht: Hat einer der Verschwörer etwas mit dem angeblichen Mord an ihrem Vater zu tun?

Basierend auf realen Ereignissen schickt die versierte Krimi-Autorin ihre Heldin ein weiteres Mal auf Ermittlungstour – gewohnt packend, brisant und hochaktuell. (Claudia Werning, Marbach)

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Markus Schneider empfiehlt

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[Ein Gentleman in Moskau] von Amor Towles

Der amerikanische Autor Amor Towles ist einer der uns bereits mit seinem ersten Buch [Eine Frage der Höflichkeit] große Freude gemacht hat. Ihm liegt die augenzwinkernde Schilderung von Eigenbrödlern, Lebemännern und - frauen, Provinzschönheiten oder knitzen Trickstern. Pointierte Dialoge und filmreife Szenen zeichnen seine beiden Romane aus, die weit mehr sind als konsumierbare Unterhaltungsliteratur.

In seinem neuen Buch [Ein Gentleman in Moskau] begeben wir ins Moskau des Jahres 1922 und begleiten Graf Rostov in seinen lebenslangen Arrest im Hotel Metropol. Dorthin wurde der grundsympathische Lebemann verbannt. Nun ja, man kann es schlimmer treffen meint er zuerst. Doch dann muss er aus seiner komfortablen Suite ins marode Dachgeschoss übersiedeln, den auch seine Geldmittel werden eingefroren. Also ran an die Arbeit - und schon wird aus dem Grafen das Faktotum des Hauses. Draußen zieht die russische Geschichte vorbei, drinnen bleibt eine Art "Heile Welt". Aber ruhig ist es beileibe nicht.

Jetzt packen Sie als erstes Mal den Teekessel auf den Herd, dann machen Sie sich einen schönen Tee und nehmen den mit aufs Sofa, die Strickdecke brauchen Sie auch und vielleicht zünden Sie noch ne Kerze an - dann schlagen Sie das Buch auf uns lesen. Nehmen Sie sich viel Zeit, den Sie werden eintauchen in dieses Hotelabenteuer, das gleichsam elegant wie "schäbbig" ist, das bunt schillert und trotzdem irgendwie ein bisschen nach Bohnerwachs riecht. Der Täuberich hat eines seiner Lieblingsbücher für den Herbstabend gefunden. (Markus Schneider, Marbach)

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Petra Rupp empfiehlt

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[Stille] von Erling Kagge

Wir begegnen ihr immer seltener in unserer lärmenden, hektischen Welt – der Stille. Manchmal in kostbaren Augenblicken können wir sie noch finden, in der Einsamkeit der Natur zum Beispiel weit entfernt von den Geräuschen unserer modernen Zeit.  Doch manchem bereitet die Stille auch Angst, zwingt sie uns doch - fern jeglicher Ablenkung durch den Lärm unseres Alltags - uns mit uns selbst auseinander zu setzen.
Der norwegische Abenteurer, Autor und Verleger Erling Kagge hat sich auf die Suche nach der Stille gemacht. Und sich der Frage gestellt, warum sie heute wichtiger denn je ist. Gefunden hat er sie auf seinen Expeditionen – zum Nord- und Südpol und im Himalaya. Aber auch im Alltag ist sie ihm begegnet. Mitten in der Stadt, auf dem Weg zur Arbeit, bei alltäglichen Verrichtungen ist es ihm gelungen, den Lärm auszusperren und die Stille in sein Inneres zu lassen. Aus seinen Erfahrungen und mit Beiträgen von Freunden und Wegbegleitern wie Jon Fosse , Oliver Sacks u.v.a. hat Erling Kagge ein mit wunderschönen Fotos gestaltetes Buch gemacht – entstanden ist ein Wegweiser für die Wiederentdeckung der Stille.

„Die Natur sprach zu mir, indem sie sich als Stille präsentierte. Je stiller es wurde, desto mehr hörte ich … eine ohrenbetäubende Stille.“ Erling Kagge

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Claudia Werning empfiehlt

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[Obszönes Verhalten an privaten Orten] von Marco Missiroli

Libero Marsell ist 15 Jahre alt, als er seine Mutter inflagranti mit dem besten Freund seines Vaters erwischt – ein Schlüsselerlebnis, das die gerade erwachende Sexualität des Spätentwicklers Mitte der70er Jahre beflügelt. Irritiert sucht der Heranwachsende zunächst Zuflucht in der Welt der Literatur, entdeckt nicht nur Camus für sich, sondern wird auch Stammgast und während seines Studiums sogar Kellner in Sartres Lieblingscafé Deux Magots.

Doch nicht nur auf dem Gebiet der Bücher sammelt Libero Erfahrungen – zielstrebig arbeitet er daran, auch die schönen Frauen von Paris für sich zu gewinnen. Eine literarische wie freizügige, aber nie platte Coming of age- Geschichte, die hautnah vom Erwachsenwerden erzählt.

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[In einem alten Haus in Moskau] von Alexandra Litwina

Moskau im Oktober 1902: Voller Freude und Stolz zieht die Familie Muromzewa mit Kind und Kegel und Dienstboten in ihre neue Wohnung. Hundert Jahre später kommen die Nachkommen dort zusammen, um den 92. Geburtstag von Babuschka Marussja zu feiern. Aus der Wohnung ist mittlerweile ein Café geworden und nur das Sofa erinnert noch an alte Zeiten.

Was der Familie über mehrere Generationen in diesem Jahrhundert widerfahren ist, welche Revolutionen, Kriege, gesellschaftliche und technische Entwicklungen sie erlebt hat – davon erzählt diese großartige Bilderbuch. Jeweils aus Kindersicht werden die verschiedenen Epochen beleuchtet. So wird der Leser nicht zur Zeuge der Oktoberrevolution, sondern fliegt auch mit Juri Gagarin ins All und erfährt von der Kuba- Krise, von Perestroika und Glasnost.

Das Schönste aber sind die liebevollen Illustrationen – originell und detailreich spiegeln sie ein Jahrhundert wider. Ein Geschichtswimmelbuch, in dem man sich stundenlang verlieren könnte und dem ich ganz viele Leser wünsche!

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Der Junge auf dem Berg] von John Boyne

Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz. Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.

Nach dem Bestseller „Der Junge im gestreiften Pyjama" begibt sich John Boyne mit „Der Junge auf dem Berg" wieder in die Zeit, als die Nationalsozialisten Deutschland und Europa mit ihrer Terrorherrschaft überzogen. So wie damals wählt er auch jetzt wieder die Perspektive eines Jungen, der in einem gewissen Fenster mit wichtigen Ereignissen in Berührung kommt.

Sehr lesenswert, und zwar nicht nur für junge Leser! Die Fragen, wieviel Schuld Pierrot sich auflädt, wie leicht und konsequent er von der Macht und dem Charisma des „Führers“ verführt werden konnte und seine Entwicklung und sein Verhalten prägten, haben mich sehr beschäftigt und sind, leider,  unangenehm aktuell. Erschreckend, was Hetze und Propaganda auslösen können und das leider nicht nur bei jungen Menschen.

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Claudia Werning empfiehlt

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[Dann schlaf auch Du] von Leila Slimani

Möchte ich das wirklich lesen? habe ich mich nach den ersten Sätzen gefragt. Ein Buch, das schon am Anfang in erschreckend nüchternen Worten von einem grauenvollen Verbrechen an zwei kleinen Kindern erzählt, offenbar begangen von deren Kindermädchen? Doch schon nach dem ersten Kapitel wusste ich, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen würde – zu groß war die Sogwirkung und die Frage, wie es dazu kommen konnte:

Myriam und Paul, er Musikproduzent, sie Anwältin, wollen das perfekte Paar sein und Arbeit  und Familie unter einen Hut bringen. Doch wer soll sich um die Kinder Mila und Adam kümmern, während die Eltern ihre Karrieren verfolgen? Eine Kinderfrau muss her, und in der 50jährigen zierlichen Louise scheint das Paar eine Nanny wie aus dem Bilderbuch gefunden zu haben. Schon nach wenigen Wochen erweist sich die Nounou  als unentbehrlich. Doch so perfekt Louise sich nach außen gibt, so verzweifelt und einsam ist sie im Innersten. Und so nimmt die Tragödie unaufhaltsam ihren Lauf.

Ein psychologisch fesselnder Roman, der unter die Haut geht. Verdientermaßen ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt!

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Petra Rupp empfiehlt

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[Das Glück ist ein Vogerl] von Ingrid Kaltenegger

Der Franz, neunundvierzigjähriger Teilzeit-Musikpädagoge in Salzburg , hasst seinen Beruf:  so verzweifelt er nicht nur an seinen unbegabten Schülern, sondern träumt heimlich immer noch von der großen Karriere als Rockmusiker. Die ständigen Reibereien mit seiner Frau Linn und seine heftig pubertierende Tochter machen seinen Alltag auch nicht besser. Doch als er dann Zeuge eines Autounfalls wird, bei dem der hochbetagte Egon ums Leben kommt, gerät sein Leben völlig aus der Spur: Egon erscheint ihm nämlich fortan als Geist und bittet ihn, ihm bei der Suche nach seiner großen Liebe Mali zu helfen.  Nur so könne er endlich Ruhe finden. Den Franz bringt das verständlicherweise ziemlich durcheinander und so sprengt er unfreiwillig das Seminarwochenende mit einem berühmten Guru, das der Linn so wichtig ist. Die Beziehung zur Linn befindet sich darauf weit unter dem Gefrierpunkt  und der arme Franz gerät von einem Schlamassel zum nächsten.

Wie der Franz dann doch noch die Kurve kriegt, sein Leben einige unerwartete Wendungen nimmt und der Liebe für drei Generationen zu ihrem Recht verholfen wird, das lesen Sie am besten selbst. Ingrid Kaltenegger ist in ihrem Erstlingsroman eine aberwitzige, kluge, schwarze Komödie geglückt, die niemals in platten Humor abdriftet und durchaus auch nachdenklich stimmt. Ihre Sprache erinnert an Wolf Haas, nicht nur Brenner-Fans werden dieses Buch lieben!

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Claudia Werning empfiehlt

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[Ein irischer Dorfpolizist] von Graham Norton

Es gibt wohl kaum ein langweiligeres Kaff als Duneen am Ende der Welt ganz, ganz unten im Süden Irlands. Die Bewohner haben sich in ihrem Alltagstrott eingerichtet – so richtig glücklich ist niemand.

Auch Sergeant PJ Collins nicht. Angesichts seiner Fettleibigkeit wird er von den Einwohnern eher bemitleidet denn respektiert.

Das ändert sich, als bei Bauarbeiten plötzlich auf einem Farmgrundstück menschliche Knochenreste gefunden werden. Vorbei ist es mit der Ruhe in der Provinz und schnell macht eine Frage die Runde: Sind das tatsächlich Tommy Burkes Überreste, der vor über 20 Jahren spurlos verschwand – genau an dem Tag, an dem sich zwei Frauen seinetwegen auf der Straße prügelten?

Bei den Ermittlungen, die eine ungeahnte Wendung erfahren, brechen alte Wunden auf und werden  lang gehütete Geheimnisse gelüftet. Am Ende ist nichts mehr, wie es war. Am wenigsten der irische Dorfpolizist.

Ein ganz und gar unblutiger Krimi, unterhaltsam mit leisem Humor und tröstlicher Botschaft.

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Silja Korn empfiehlt

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[Was man von hier aus sehen kann] von Mariana Leky

Immer wenn der alten Selma im Traum ein Okapi begegnet, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Und was nach so einem Traum die Dorfbewohner alles anstellen und unternehmen – sich doch die Liebe gestehen, einander verzeihen oder alte Geheimnisse lüften – davon handelt dieser ungewöhnliche Roman. Selmas Enkelin Luise erzählt von ihrem Leben in diesem beschaulichen Dorf im Westerwald und dessen schrulligen Bewohnern – ihrem Kindheitsfreund Martin mit der immer abstehenden Haarsträhne, dem lebensklugen Optiker, der immer schlecht gelaunten Marlies oder ihrem Vater, der stets auf Reisen ist. Und dann begegnet Luise der Mann ihres Lebens, allerdings in Gestalt eines buddhistischen Mönchs…

Das liebe ich an meinem Beruf so sehr: dass man immer noch überrascht wird und jedes Jahr ein absolutes Lieblings-Herzens-Buch entdeckt. 2017 ist es das hier, bislang. Was für ein Ausnahmetalent, diese Autorin! Ein unvergleichlicher Schreibstil, ein kostbares Juwel. Eine wunderbare Geschichte über den Zusammenhalt eines ganzen Dorfes, über die Kunst einander so anzunehmen wie man ist und über die Liebe, wie sie so dahergeschlichen kommt und einfach nicht mehr weicht. Nach der letzten Seite hatte ich das Gefühl, gute Freunde verabschiedet zu haben.

Bitte einfach eintauchen in dieses herrlich skurrile, traurige und herzerwärmende Buch!

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Silja Korn empfiehlt

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[Burli] von Bernd Fischerauer

Der kleine Adolf, genannt „Burli“, lebt im Graz der Nachkriegszeit – und steckt mitten in der Pubertät. Dennoch kreisen seine Gedanken nicht nur um das andere Geschlecht, das es zu entdecken gilt – sondern auch um die Verlogenheit seines Umfelds. Eines Tages klingelt ein geheimnisvoller Fremder an der Tür – und von da an beginnt ein Katz und Maus Spiel, das die Erwachsenen da scheinbar anzetteln. Burli will herausfinden, für welches Verbrechen sein Vater, ein Keksvertreter, plötzlich gesucht wird – und gerät tief in die Nazi-Vergangenheit seiner ganzen Familie, in der jeder jeden zu decken versucht und alles unter den Teppich gekehrt wird.

Dieses Buch ist so lustig und erschreckend zugleich! Ich hab den kleinen Burli sehr ins Herz geschlossen, mit seiner untrügerischen Sicht auf die Welt. Rührend, wie er die erste große Liebe erlebt und sich die Welt der Erwachsenen zu erschließen versucht. Burlis Humor ist einzigartig und entwaffnend, und dennoch bleibt einem beim Lesen oft das Lachen im Halse stecken, denn es ist eine teilweise recht deftige und auch beklemmende Lektüre.  Gerade deshalb grandios und sehr zu empfehlen.

Leider ist es das erste und vermutlich letzte Buch des 73jährigen Autors, wie er in einem Interview erzählte, da er schwer an Krebs erkrankt ist.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[I Hate U Give] von Angie C. Thomas

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Unbedingt lesen!!! Es ist eins der seltenen Jugendbücher, die schon vorab hohe Wellen schlagen und dem Hype nicht nur gerecht werden, sondern ihn übertreffen. Ein beeindruckendes, fesselndes und erschütterndes Buch über Rassismus in den USA in einer authentischen Jugendsprache, gnadenlos und doch humorig, absolut überzeugend!

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Markus Schneider empfiehlt

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[Der Mann mit der Bombe] von Christian Roux

Ein Krimi Noir, eine Tour de force durch das arbeitslose und hoffungslose Paris mit zwei Protagonisten die ihre Träume gegen die harte Realität eingetauscht haben. Fantastisch und in starken Bildern erzählt der französische Autor, Regisseur und Komponist Christian Roux die Geschichte von Larry und Lu - Komplizen wider Willen.

Als Larry zu seinem vermutlich letzten Vorstellungsgespräch aufbricht trägt er unter seinem Trenchcoat die Attrape einer Bombe mit sich - eine erneute Abweisung bei einem Job für den er deutlich überqualifizert ist will er nicht mehr hinnehmen. Die Drohung sitzt bei den Personalern, er hat Spaß. Erhobenen Hauptes nach Hause kommt aber dann noch nicht in Frage. Wenn die Attrape schon so wunderbar funktioniert, warum dann nicht noch eine Bank ausrauben? Dumm nur, wenn da grade schon ein Überfall läuft...

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Der Freund der Toten] von Jess Kidd

Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören ...

Für jeden, der skurrile Geschichten und skurrile Figuren mag, ein tolles Lesevergnügen! Schräg, witzig, spannend. Der Roman sprengt die Genres, es ist ein Zeitbild, eine Selbstfindung und eine Abrechnung mit der Vergangenheit, typisch irisch: humorvoll, versponnen und voller Glauben an das Übersinnliche. Ich bin völlig in den Roman eingetaucht.

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[Arturos Insel] von Elsa Morante

Arturo, der rückblickend seine Kindheitserinnerungen erzählt, wird nicht müde, die Schönheiten seiner Insel Procida zu schildern: ein Paradies, wo der Knabe mutterlos und unbewacht aufwächst, barfuß, mit wirrem Haar, beinahe wie ein wildes Tier über die Insel streifend, im Wasser genauso zu Hause wie auf dem Land.
Eines Tages bringt die Fähre eine junge Stiefmutter ins Haus. In der Furcht, den ohnehin kaum gegenwärtigen Vater zu verlieren, überzieht Arturo das ängstliche, unselbständige Mädchen mit Spott - bis er plötzlich begreift, dass das Unmögliche geschehen ist: Er hat sich in Nunziata verliebt ...

Passend zum Marbacher Sommermarkt in der Wendelinskapelle empfehle ich jede Woche im August ein italienisches Wunderbuch - Arturos Insel gehört zu meinen all-time favorites, die poetische Sprache, die unterschwellige Spannung, die Naturbeschreibungen. Ein Leseerlebnis, das ich jedem ans Herz legen möchte und einer der wichtigen italienischen Klassiker der Moderne.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Elf Tage in Berlin] von Hakan Nesser

Einen Nobelpreis wird er wohl nicht bekommen. Arne Murberg ist von schlichterem Gemüt. Nach einem Badeunfall in der Kindheit hat er Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und komplexere Zusammenhänge zu erfassen. Aber Arne ist ein warmherziger, liebenswerter Mensch, der sich eine kindlich naive, offene Art bewahrt hat und voll Vertrauen auf das Leben blickt. Als sein Vater ihm auf dem Totenbett offenbart, dass seine Mutter nicht tot ist, wie Arne geglaubt hat, sondern in Berlin lebt, und ihm gleichzeitig den Auftrag gibt, sie dort aufzusuchen und ihr ein verschlossenes Kästchen zu übergeben, beginnt für ihn ein wundersames Abenteuer.
Mit äußerst rudimentären Deutschkenntnissen und einem Paar strapazierfähiger gelber Schuhe macht Arne sich auf die Reise - und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Doch ihm zur Seite stehen zwei Menschen, die der Himmel höchstpersönlich geschickt zu haben scheint: ein etwas wirrer Professor und eine kluge junge Frau im Rollstuhl. Wird Arne seiner Mutter begegnen? Wird er sein Glück finden in Berlin?

Dieses Mal kein Krimi von Hakan Nesser, sondern eine Geschichte, die fast ein bisschen an Astrid Lindgren erinnert: märchen- und sagenhaft und höchst verwickelt, doch leichtfüßig auf den Fersen eines Hans im Glück, liebenswert und humorvoll. Nesser versteht es charmant, die schlichte Welt von Arne darzustellen ohne sie lächerlich zu machen.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt] von Nicola Yoon

"Am Anfang war nichts. Und dann war alles."
Die 17-jährige Madeline hat noch nie das Haus verlassen, denn sie leidet an einer seltenen Immunkrankheit. Bisher war das kein Problem, weil sie es nicht anders kennt. Doch als im Nachbarhaus der geheimnisvolle Olly einzieht, kommen sich die beiden so nah, wie es für Madeline möglich ist. Plötzlich möchte sie die Welt außerhalb ihres sterilen Zimmers entdecken, die sie sonst nur aus Büchern kennt. Selbst wenn es bedeutet, dafür ihr Leben zu riskieren...

Ein besonderes Jugendbuch mit einem Thema, das nur selten in Jugendbüchern zu finden ist. Und außerdem eine emotionale Liebesgeschichte fernab der typischen Klischees in einer flüssigen und authentischen Sprache, tiefsinnig und mit einem Schuss Humor.

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Meike Janning empfiehlt

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[Das Unglück anderer Leute] von Nele Pollatschek

Rabenmütter, Vaterwunden, Geschwisterliebe. In ihrem verblüffenden Debüt spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie - und erzählt dabei eine turbulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalsschlag, eine Familie zu haben.
Thene, 25, Oxford-Studentin mit Zweitwohnsitz in Heidelberg, lebt eigentlich ihren Traum: mit ihrem Freund im alten BMW zur Lieblingslichtung im Odenwald fahren, Klapptisch aufstellen, lesen, schreiben und ab und an ein Stück Kirschjockel essen.

auch als ebook

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Claudia Werning empfiehlt

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[1933 war ein schlimmes Jahr] von John Fante

Um es gleich vorweg zu nehmen – in diesem Buch geht es nicht um die Machtergreifung Hitlers oder die politische Situation in Deutschland. In seinem posthum erschienenen Buch erzählt der amerikanische Schriftsteller John Fante, von Charles Bukowski als Gott verehrt, vielmehr von einer italienischen Auswandererfamilie, die in den 30er Jahren ihr Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten versucht und angesichts der Weltwirtschaftskrise dennoch nicht auf die Beine kommt.

Im Mittelpunkt dieses Romans steht der 17jährige Dominic Molise, der von einer Karriere als Baseballstar träumt. „Der Arm“, genauer gesagt sein linker Arm, soll ihm zu Ruhm und Geld verhelfen. Aber sein Vater, ein seit Monaten arbeitsloser Maurer, der sich in zweifelhaften Spelunken herumtreibt, hat andere Pläne mit ihm: Dominic soll die Maurerkelle statt des Baseballschlägers schwingen und später in den Holzhandel einsteigen. Sehr zum Unwillen des Zöglings: "Das war’s also. Das ganze Buch. Die tragische Geschichte von Dominic Molise, geschrieben von seinem Vater. Teil eins: Nervenkitzel Steineklopfen. Teil zwei: Spiel und Spaß im Sägewerk. Teil drei: Wie man sich vom eigenen Vater das Leben verderben lässt. Teil vier: Hier ruht Dominic Molise, gehorsamer Sohn."

Authentisch, detailreich und mit subtilem Humor beschreibt Fante das Leben kleiner Leute. Ein Autor, den es (wieder) zu entdecken gilt. 

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Glaube.Liebe.Tod] von Peter Gallert und Jörg Reiter

Woran kann man glauben in einer Welt voller Verbrechen?
Ein Polizist steht auf der Duisburger Rheinbrücke und will sich in die Tiefe stürzen. Der Seelsorger Martin Bauer soll ihn daran hindern. Er klettert einfach über das Geländer und springt selbst. Überrumpelt springt der Beamte hinterher, um Bauer zu retten. Gemeinsam können sie sich aus dem Wasser ziehen. Bauer hat hoch gepokert, aber gewonnen. Doch wenige Stunden später ist der Polizist tot, nach einem Sturz vom Deck eines Parkhauses. Ein klarer Fall von Selbstmord, gegen den Beamten wurde wegen Korruption ermittelt. Bauer weiß nicht, was er glauben soll. Und er sieht die Verzweiflung in der Familie des Toten. Auf der Suche nach der Wahrheit setzt er alles aufs Spiel ...

Mal was Neues: ein Polizeiseelsorger ermittelt. Korruption, Menschenhandel, Rache, jugendlicher Leichtsinn und alte Geschichten von Schuld: die Seelsorge wird zum Knochenjob und belastet ihn auch privat. Unterschiedliche Spannungsfäden werden am Ende geschickt zusammengefügt und entwirrt. Spannend, fesselnd!

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Silja Korn empfiehlt

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[Die Wahrheit] von Melanie Raabe

Ein wohlhabender Geschäftsmann verschwindet auf einer Reise nach Kolumbien spurlos. Seine Frau Sarah baut sich mit dem gemeinsamen Kind mühevoll ein neues Leben auf. Sieben Jahre später erreicht sie die Nachricht, dass ihr Mann gefunden wurde und nach Deutschland zurück gebracht wird. Sarah stürzt in einen Strudel widersprüchlichster Gefühle und rechnet mit allem, nur damit nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt und wieder einen Platz in ihrem Leben beansprucht, ist nicht ihr Ehemann… Ein Fremder, der genaue Kenntnis über ein schreckliches Ereignis in Sarahs Vergangenheit hat und sie erpresst. Eine atemlose Jagd nach der Wahrheit beginnt. 

Der beste Thriller, den ich bislang in diesem Jahr gelesen habe. Die Charaktere sind so authentisch, dass es weh tut. Klasse Unterhaltung mit Anspruch, ohne Längen, unfassbar spannend. Sofort lesen und verschlingen!

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Markus Schneider empfiehlt

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[Die 40 Geheimnisse der Liebe] von Elif Shafak

Ella ist vierzig Jahre alt, hat einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter und ein schönes Zuhause in einer amerikanischen Kleinstadt. Eigentlich sollte sie glücklich sein, in ihrem Herzen breitet sich aber eine Leere aus, die früher von Liebe gefüllt war. Als Gutachterin für eine Literaturagentur taucht sie tief in einen Roman über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe ein. Trotz der Ansiedlung im 13. Jahrhundert scheint ihr der Roman immer mehr eine Spiegelung ihrer eigenen Geschichte zu sein. Zusehends distanziert von ihrem Ehemann, beginnt Ella, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Sie besucht den Verfasser des Buches, Aziz Zahara, mit dem sie sich schriftlich schon rege und sehr persönlich ausgetauscht hat - und erfährt eine derart grundlegende persönliche Veränderung, wie sie es sich nie hätte ausmalen können.

Die türkische Autorin Elif Shafak gilt in ihrer Heimat nach dem vielbeachteten Erstling "Der Bastard von Istanbul" als Nestbeschmutzerin und musste sich mit einer Anzeige wegen Verunglimpfung des Türkentums herumschlagen. In "Die 40 Geheimnisse der Liebe" (was aktuell im Lesekreis der Marbacher Sprachschule The English Society im englischen Original gelesen wird) zeigt sie ein anderes Bild des Islam als wir für gemeinhin kennen - eine Religion, die auf der Liebe fußt, durchdrungen von Liebe ist und eben nicht ausschliesslich streng nach der Sharia urteilt und verurteilt. Ein großes Lesevergnügen und spannende Einblicke in die mystische Strömung des Sufismus.

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Claudia Werning empfiehlt

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[Ein Festtag] von Graham Swift

Es ist der 30. März 1924, Muttertag, damals Mothering Sunday genannt. Ein sonniger, ungewöhnlich milder Frühlingstag, an dem Jane, Dienstmädchen von Beechwood, ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens von Upleigh lehnt. Schon lange hat sie ein Verhältnis mit Paul, dem Spross des begüterten Hauses. Doch heute darf sie durch das Hauptportal treten und ins Bett ihres Geliebten schlüpfen - zum ersten und letzten Mal, denn Paul soll demnächst standesgemäß heiraten. Später wird sie leichtfüßig und nackt durch das Haus streifen, alles festhaltend und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages eine dramatische Wendung erfahren wird. Viele Jahrzehnte später erinnert sich Jane, inzwischen erfolgreiche Schriftstellerin, noch einmal an diesen denkwürdigen Tag...

Geschickt mit Rückblenden arbeitend erzählt Swift so atemberaubend von einem ungewöhnlichen Leben, dass man sich wünscht, dieser schmale Band hätte nie ein Ende. Intensiv und sinnlich!

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Petra Rupp empfiehlt

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[Auf die sanfte Tour] von Castle Freeman

Sheriff Wing lässt die Dinge langsam angehen: „Abwarten und Tee trinken“ heißt die Devise, mit der er in seinem langen Berufsleben in seinem Bezirk im schönen Vermont stets gute Erfahrungen gemacht hat. Sein junger und übereifriger Deputy Keen sieht das ganz anders. Als in eine einsam gelegene Villa eingebrochen und ein Safe gestohlen wird, ist allen schnell klar, dass es sich bei dem Einbrecher um den Kleinkriminellen Duke handeln muss, der sich mit Vorliebe in Schwierigkeiten bringt. Doch dieses Mal hat er mit seinem Diebstahl in ein Wespennest gestochen. Denn Villa und Safe gehören der Russenmafia, die das, was sich im Safe befindet um jeden Preis wiederhaben will. Während Deputy Keen Duke sofort verhaften möchte, übt sich Sheriff Wing erst einmal in Geduld. Doch dann tritt der dynamische Keen bei der anstehenden Wahl zum Sheriff gegen seinen Vorgesetzten an. Und es geschieht etwas, was Wings Berufsphilosophie in ihren Grundfesten erschüttert

Wie schon in seinem Roman „Männer mit Erfahrung“ sprüht auch Freemans „Auf die sanfte Tour“ nur so vor Wortwitz und lässigen Dialogen. Die reduzierte Sprache, der trockene Humor und die darin enthaltene Lebensweisheit machen den kleinen Roman zu einem großen Lesevergnügen (nicht nur) für harte Männer.

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[Der Gentleman] von Forrest Leo

Zugegeben - das Cover ist schon sehr extrem und eher dazu angetan, dieses Buch erst  gar nicht in die Hand zu nehmen. Was sehr schade wäre, denn hinter dem schrillen Umschlag  verbirgt sich ein äußerst amüsantes und geistreiches Lesevergnügen: Die Handlung spielt in London um das Jahr 1850. Lionel Savage  ist ein fauler, 22jähriger Aristokrat, der seit der Heirat mit seiner ungeliebten Frau in einer Schreibblockade steckt. Am liebsten würde er seinem Leben ein Ende setzen  -  müsste sich sein treuer  Butler Simmons nicht um die unappetitlichen Folgen kümmern. In dieser scheinbar aussichtslosen Situation betritt ein freundlicher Gentleman Savages Arbeitszimmer - der leibhaftige Teufel. Und im Nu hat der glücklose Dichter seine Frau an den Satan verkauft.

Doch kaum ist das Eheweib verschwunden, bereut Savage sein Tun auch schon. Liebend gern würde er Vivien wieder zurückholen. Doch wo zum Teufel geht es zur Hölle? Was folgt, sind allerlei tollkühne Unternehmungen, Duelle und Beinahe-Duelle und waghalsige Expeditionen.

Ein exzentrischer, snobistischer Lesespaß mit vielen spritzigen Dialogen. Viktorianisch und very british!

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[Cavaliersreise] von Mackenzie Lee

Schlimmer kann es fast nicht kommen: Henry Montague, genannt Monty, Sohn eines englischen Lords, muss die langersehnte Cavaliersreise (die gemeinhin das Ende der Jugend und den Beginn des Erwachsenenlebens einläutet) nicht zusammen mit seinem besten Freund Percy alleine antreten. Seine anstrengende und gleichzeitig langweilige Schwester Felicity muss mit, und zu allem Überfluss auch noch ein vom Vater eingesetzter Aufpasser! Warum? Nun, Monty ist ein Filou, ein Schürzenjäger, ein Tunichtgut, ein Spieler. Weder dem Alkohol abgeneigt, noch den sich vielfältig anbietenden Liebesabenteuern.

Die Reise über den gesamten europäischen Kontinent bringt ihm Vewirrungen, Gefängnisaufenthalt, Piratenangriffe, Überfälle, ein alchimistisches Geheimnis... und vielleicht auch die Erkenntnis, dass wahre Liebe Konventionen sprengen kann.

Eine wahrlich abenteuerliche Geschichte über Familie, Liebe, Freundschaft und die Herausforderung erwachsen zu werden. Ein tolles Buch, das ich nicht nur unglaublich gern gelesen habe, sondern dem ich auch viele Leser (auch Erwachsene) wünsche. So vielfltig können Beziehungen sein!

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Claudia Werning empfiehlt

Claudia Werning empfiehlt

[Gott, hilf dem Kind] von Toni Morrison

Die kleine Lula Ann ist kurz nach ihrer Geburt so tiefschwarz, dass sie ihrer Mutter Sweetness nicht nur Angst macht, sondern überaus peinlich ist. Geschockt vom Aussehen seines Kindes, macht sich der Vater schon bald aus dem Staub - was die sitzengelassene Mutter erst recht dazu veranlasst, ihre Tochter mit aller Strenge und Härte  zu erziehen. Lu Ann beißt sich durch, ändert ihren Namen und wird erfolgreich - und kann ihre Vergangenheit, in der sie aus mangelnder Liebe einen unverzeihlichen Fehler begangen hat, doch nicht abschütteln.

Ein kraftvoller Roman, der aus unterschiedlichen Perspektiven von Kindsmissbrauch und Rassismus erzählt, unter die Haut geht und dennoch Mut macht.

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Silja Korn empfiehlt

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[Ein geschenkter Anfang] von Lorainne Fouchet

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern wieder kitten und sie glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet…

Wow. Eine berührende Familiengeschichte in unvergleichlich französischem Stil. Die Charaktere sind so fein gezeichnet, ich hab sie alle lieb gewonnen – besonders natürlich Lou, die verstorbene Protagonistin und ihre Enkelin Pomme, die dem Schicksal auf die Sprünge hilft. Obwohl kapitelweise alle Familienmitglieder ihre Sicht der Dinge erzählen, behält man den Überblick und es macht so viel Freude, dieses herzerwärmende Buch zu lesen! Die großen Themen des Lebens (Scheitern, Missgunst, verletzte Gefühle und Liebe in all ihren Schattierungen) verflicht die Autorin gekonnt zu einem packenden Roman im Tagebuch-Stil.  Nach dem letzten Satz fühlt es sich fast so an, als verabschiedet man Freunde.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Die Geschichte der Bienen] von Maja Lunde

Weltweit geht der Bestand der Bienenvölker seit  Jahren zurück, ein großflächiges Bienensterben hätte verheerende Folgen für den Menschen. Als wichtigster Bestäuber vieler Nutzpflanzen spielt die Biene nicht nur eine herausragende Rolle für die pflanzliche Ernährung, sondern über die Bestäubung der Futterpflanzen auch für die Fleischproduktion des Menschen.  Ihr Wegfall könnte zu weltweiten Hungersnöten führen.
Die norwegische Autorin Maja Lunde lässt in ihrem vielbeachteten Roman „Die Geschichte der Bienen“ genau dieses Szenario Wirklichkeit werden. Im Jahr 2098 gibt es keine Bienen mehr, viele Gemüse- und Obstsorten sind in den meisten Ländern gänzlich verschwunden. Die Menschheit kämpft ums nackte Überleben, die Zivilisation liegt brach. In China ist man zur Handbestäubung übergegangen, die Arbeiterin Tao muss mit vielen anderen jede einzelne Blüte in einer Obstplantage mühsam bestäuben. Dann spannt der Roman über das Jahr 2007, in dem der Imker George in Ohio mit einem unerklärlichen Verschwinden seiner Bienenvölker konfrontiert wird, einen Bogen ins Jahr 1852 nach England. Der Biologe William entwickelt hier nach vielen Schwierigkeiten einen neuartigen Bienenstock. Williams Forschungen wiederum inspirieren Georges Sohn Tom über 150 Jahre später zum Verfassen eines Buches, in dem er seine Gedanken zu einem völlig anderen Umgang mit Bienen und einer naturverbundenen Lebensweise festhält. Toms Buch wird viele Jahre später für die Arbeiterin Tao, deren kleiner Sohn einen mysteriösen Unfall erleidet,  zur Offenbarung. Kann Tao mithilfe von Williams Forschungen und Toms Visionen die Welt doch noch retten?

Unglaublich spannend und mitreißend zeigt Maja Lunde in ihrem Generationen übergreifenden Roman wie eng die Geschichte des Menschen mit der der Bienen verbunden ist. 

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Claudia Werning empfiehlt

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[Nur mal schnell das Mammut retten] von Knut Krüger

Nichts wünscht sich Henry sehnlicher als einen Hund. Doch wie im richtigen Leben haben auch Henrys Eltern tausend Ausflüchte, diesem Wunsch nicht nachzugeben. Nach einer erneuten fruchtlosen Debatte setzt sich Henry wutentbrannt auf sein Fahrrad, um kurze Zeit später im Wald über einen Blätterhaufen zu stürzen. Doch halt: Bewegt sich da nicht etwas drunter? Mit spitzen Zähne und zotteligem Fell? Und zudem halb erfroren? Zusammen mit seinen besten Freunden Finn und Zoe karrt Henry das merkwürdige Wesen nach Hause.

Wie gut, dass die Eltern gerade in den Urlaub gefahren sind und die nachsichtige Oma Haus und Enkel hütet. Denn was macht man mit einem Zwergmammut, das eine Vorliebe für Schuhe und Schulbücher hat? Und wo kann man Norbert, so wird das Zottelwesen getauft, auf Dauer verstecken?

Witziges und turbulentes Lesevergnügen für alle Kinder ab sieben (und die ganze Familie)

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Christine Rautenberg, Claudia Werning und Markus Schneider empfehlen

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[Das Buch der Spiegel] von E.O. Chirovici

Die Wahrheit des einen ist die Lüge des anderen.

Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des Professors Joseph Wieder in Princeton. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Als Katz den Autor kontaktieren will, ist dieser bereits verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen ...

Das ist Unterhaltungsliteratur auf hohem Niveau, sehr spannend, ein Puzzle aus widersprüchlichen Geschichten um eine faszinierende Grundidee (ein Manuskript, ein Jahrzehnte zurückliegender, unaufgeklärter Mordfall) und eine ungewöhnliche Erzählstruktur (drei verschiedene Erzählperspektiven mit jeweils anderen Wahrheiten), ein Roman, der geschickt mit den Tiefen der menschlichen Psyche, den manchmal trügerischen Eigenarten der Erinnerung sowie den komplexen und höchst subjektiven zwischenmenschlichen Beziehungen spielt und der immer wieder neue Wendungen aufweist (Christine Rautenberg).

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands] von Salvatore Basile

Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird ...

Mitreißend, einfühlsam, bezaubernd, sprachgewaltig: man leidet mit den beiden Protagonisten mit, weint Tränen vor Lachen und Tränen des Mitgefühls. Ein traurig-schönes Romandebüt voller Hoffnung und wahrem, reinem Leseglück, dieses Wunderwerk Basiles verschlingt einen geradezu. Unbedingt lesen!

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Silja Korn und Claudia Werning empfehlen

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[Unsere Seelen bei Nacht] von Kent Haruf

„Könnte ich kurz reinkommen und etwas mit dir besprechen?“ Harmlos klingt die Frage, die Addie Moore eines Tages ihrem Nachbarn Louis Waters stellt. Doch was dann folgt ist alles andere als gewöhnlich: Die 70jährige Witwe bittet den ebenfalls Alleinstehenden um nichts anderes, als gelegentlich bei ihr zu übernachten. „Es geht nicht um Sex…es geht darum, die Nacht zu überstehen. Zu reden, zusammen im Bett zu liegen. Die ganze Nacht“. Louis ist zunächst verblüfft, lässt sich aber auf das Experiment ein. Ausgestattet mit Schlafanzug und Zahnbürste schleicht er zunächst durch die Hintertür in das Haus der Witwe, um Nacht für Nacht nebeneinander zu liegen und sich ihr Leben zu erzählen.

Doch die unkonventionelle Beziehung bleibt den Bewohnern des verschlafenen Städtchens Holt in Colorado natürlich nicht lange verborgen und sorgt schnell für Neid und Missgunst… Werden sich Addie und Louis dem Gerede der Leute beugen?

Kent Harufs letzter Roman erzählt vom späten Glück und ist eine berührende, nachdenklich stimmende Liebesgeschichte.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Das geheime Leben des Monsieur Pick] von David Foenkinos

Im bretonischen Finistère, am wind- und wellenumtosten "Ende der Welt", gibt es eine ganz besondere Bibliothek. Sie sammelt Bücher, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, und der Roman wird zum Bestseller. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes. Seine Witwe beteuert, er habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als die Einkaufslisten - ob er ein geheimes Zweitleben führte?

Wie im Film "Tatsächlich Liebe" finden hier viele Figuren zusammen, berühren sich, inspirieren sich, verlieren sich wieder um am Ende in einem überraschenden Finale gemeinsam dem Geheimnis der Manuskripts auf die Spur zu kommen.

Französisch-charmant, gleichermaßen leicht wie melancholisch und von einer durchdringenden Liebe zum Lesen bereitet dieses schöne Buch große Lesefreude und einen Ausflug an die bretonische Küste. Frühlingshafter Buchgenuss.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Und jetzt lass ins tanzen] von Karine Lambert

Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

Es ist zwar nur ein kleines, dünnes Buch, aber mit so viel Inhalt! Eine wunderschöne, ganz und gar nicht kitschige Liebesgeschichte im rüstigen Alter, die einen zum Nachdenken bringt: über das eigene Leben und wie man selbst das Alter verbringen möchte.

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Silja Korn empfiehlt

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[Warten auf Bojangles] von Olivier Bordeaut

Georges und seine Frau tanzen jede Nacht zu »Mr. Bojangles«, sie mixen sich Cocktails, täglich gibt es rauschende Partys, gemeinsam mit ihrem Sohn leben sie in ihrer eigenen Welt – samt dem zahmen Kranich Taugenichts.

Georges‘ Frau ist charmant und charismatisch – und manisch-depressiv. Georges liebt sie hingebungsvoll, die beiden feiern das Leben, wann immer es geht, denn sie kennen auch seine dunklen Momente… Als ihre Krankheit ihr Paradies zu zerstören droht, entführen Vater und Sohn die Frau, die sie lieben, kurzerhand aus der Psychiatrie. In einem englischen Oldtimer nehmen sie Kurs auf Spanien, in der Hoffnung, dort so weiterleben zu können wie bisher. 

Ein einzigartiges Buch. Ich hab oft nicht gewusst, ob ich lachen oder weinen muss. Der grenzenlose Optimismus des Vaters, seine Familie zu retten und in allem etwas Gutes zu sehen, hat mich sehr fasziniert. Ein modernes Märchen über die Lust am Leben und eine einzigartige Liebe, die nichts zerstören kann. Ein Buch voll hintergründigem Witz und Tragik. Ein hoch gelobtes Debut, für mich DER Überraschungserfolg aus Frankreich bislang in diesem Jahr.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Minus 18 Grad] von Stefan Ahnhem

In Helsingborg an der schwedischen Westküste wird ein Auto aus dem Hafenbecken geborgen. Eigentlich wäre der Fall klar: ein Unfall. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon lange tot war, als das Auto ins Wasser stürzte.Kommissar Fabian Risk und seine Kollegen untersuchen den mysteriösen Todesfall. Jemand glaubt, den Toten erst letzte Woche gesehen zu haben. Wie ist das möglich? Risk hat einen Verdacht, aber der ist so absurd, dass er ihn zunächst selbst nicht glauben will.

Eins ist allerdings sicher: Es wird noch weitere Opfer geben, ein Serienmörder ist am Werk. Nur durch Zufall ist die Polizei jetzt auf seine Spur gekommen. Der Tote im Hafenbecken war nicht das erste Opfer, und noch lange nicht das letzte ...

Superspannend, mein dritter Krimi von Ahnhem und ich bin immer noch begeistert!

auch als ebook

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Petra Haiges empfiehlt

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[Zwei für immer] von Andy Jones

Ivi und Fisher sind frisch verliebt und ahnen nicht , dass die Entscheidung über ihre Zukunft bereits in der ersten Nacht gefallen ist.Denn Ivi ist schwanger.
Und so werden die beiden ein Paar bei dem alles in der falschen Reihenfolge abläuft.
Zur gleichen Zeit von Ivis Schwangerschaft ist da auch noch Fischers bester Freund El , dessen schwere Krankheit sich zusehends verschlechtert.
Während Ivi und Fisher noch damit beschäftigt sind sich besser kennezulernen, droht ihre Familie zu zerbrechen bevor es sie richtig gibt.

Ein wunderschön erzähltes Buch über die Liebe und das Leben.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Das Leben der Elfen] von Muriel Barbery

Über die Schönheit der Welt – und ihre Bedrohung. Zwei junge Mädchen, die in verschiedenen Ländern aufwachsen: Maria, ein Findelkind, lebt in einem Dorf im Burgund, ist der Natur und den Tieren besonders verbunden, versteht deren Sprache. Clara, die als Waise im Haushalt eines Pfarrers in den Abruzzen aufgenommen wurde, spielt, einem Wunder gleich, bezaubernd Klavier. Sie wissen nichts voneinander – bis Elfen es bewirken, dass sie einander kennenlernen. Dank ihrer besonderen Talente könnte es gelingen, die Verbindung der Menschen mit den Elfen und die einstige Harmonie zwischen Himmel und Erde wiederherzustellen. Denn es droht Krieg und eine böse Macht rüstet sich. Eine Parabel auf die Schönheit der Natur und Kunst, ein Appell, um das zu kämpfen, was den Menschen ausmacht: die Liebe und die Poesie.

Kein Buch für den Zug oder Warteraum eines Arztes: Es ist anspruchsvoll, fantastisch, fantasievoll, sagenhaft, aber auch nicht wirklich klassifizierbar. Die Sprache ist sehr poetisch, manchmal blumig, metaphorisch, dann wieder klar, tiefgründig und weise. Die Handlung erscheint nebensächlich, ist manchmal verwirrend, immer mehr Personen, Orte und Zeitebenen kommen ins Spiel, aber wer auf poetisch-romantische Literatur mit einem Schuss Düsternis steht, ist bei Muriel Barbery genau richtig. Guter Tipp: Am Ende des Buches gibt es ein Verzeichnis der Personen und Orte.

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Meike Janning empfiehlt

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[Hygge] von Meik Wiking

Dänen lügen nicht und sie leben unbeschwerter als andere. Und warum sind die Dänen so glücklich? Weil sie ein Geheimrezept haben: Hygge!

Hygge ist ein dänisches Wort mit vielen Bedeutungen, von "Kunst der Innigkeit" über "Gemütlichkeit der Seele" und "Abwesenheit jeglicher Störfaktoren" bis hin zu "Freude an der Gegenwart beruhigender Dinge", "gemütliches Beisammensein" oder gar "Kakao bei Kerzenschein". Hygge ist warmes Licht und ein kuscheliges Sofa, Picknicken im Sommer und Glögg trinken im Winter. Und Hygge ist eine Haltung, die man lernen kann!

Meik Wiking leitet das Kopenhagener Institut für Glücksforschung und ist damit der kompetenteste Absender zum Thema "Glücklich Leben". Der in London lebende Däne mit deutschen Wurzeln beschreibt den Hygge Lifestyle in einem wissenschaftlich fundierten, aber populär und hochattraktiv aufbereiteten Buch über die Kunst, glücklich zu leben.

Eines der aktuellen Lieblingsbücher aller Tauben!

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Markus Schneider und Christine Rautenberg empfehlen

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[DNA] von Yrsa Sigurdardottir

Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.

Ein unglaublich spannender, fein gesponnener, interessanter Plot, ein toller Thriller mit einem neuen Ermittler-Duo aus Island, macht Lust auf weitere Fälle!

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Markus Schneider empfiehlt

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[Die Terranauten] von T.C. Boyle

T.C. Boyle legt mit [Die Terranauten] seinen sechsundzwanzigen Roman vor - und der ist nicht nur erstaunlich und spannend sondern auch wieder herrlich frech und komisch. Vier Frauen, vier Männer, eingeschlossen für zwei Jahre in einer künstlichen Eco-Sphäre - das gab es tatsächlich mal in den 90er Jahren in den USA als NASA-Experiment. Das ging schief. Aber T.C. Boyle hat diese Idee jetzt zu einer geniale Story destilliert. Klar, dass es in diesem Riesen-Terrarium menschelt: Eitelkeit, Missgunst, Rivalität. Und mitten drin die hübsche und arglose Dawn, der smarte Ramsey und die listige Linda.

Aber über die vordergründigen, situationskomischen und durchaus turbulenten Verwicklungen schimmern große Fragen des menschlichen Seins und Zusammenlebens: wieviel Meinung und Individualität verträgt eine Gesellschaft, wie definiert sich Wahrheit und Erfolg.

Medien- und Wissenschaftskritik stehen neben zwischenmenschlichen Querelen - äußerst unterhaltsam. Der Täuberich verbringt damit gerade seine Lesesessel-Abende und rät dem geneigten Leser selbiges auch zu tun!

auch als Hörbuchals ebook und im englischen Original

 

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Petra Rupp empfiehlt

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[Die Geschichte eines neuen Namens] von Elena Ferrante

Ganz frisch erschienen ist der von vielen Leserinnen und Lesern erwartete zweite Teil der Neapolitanischen Saga von Elsa Ferrante [Die Geschichte eines neuen Namens].

Petra Rupp von der Buchhandlung Taube in Marbach war bei  Erscheinen ganz im Glück - endlich geht die Geschichte weiter. Und die Ankündigung des dritten Teils für Mai 2017 und des Finales der Reihe für Oktober 2017 hat ebenfalls für Verzückung gesorgt. Und so geht es vielen von Ihnen sicher auch.

Lila und Elena, die beiden starken, eigensinnigen Frauen sind Ihnen sicher auch schnell ans Herz gewachsen. Aber diese Bücher sind alles andere als liebliche Schmonzetten. Der rauhe Ton, die psychologisch feingezeichneten Figuren, das geschichtliche Panorama von Neapel in den 50er Jahren, die Darstellung der Camorra und die ambivalenten Beziehung der beiden Hauptfiguren zueinander zeichnen diese Romanreihe als literarische Unterhaltung erster Güte aus.

Und die nach wie vor unbekannte Autorin (die Gerüchte um ihre wahre Identität wurden weder dementiert noch bestätigt) hält die Qualität, wie schön! Bücher, die also nicht zu unrecht auf den Bestsellerlisten stehen werden.

Teil 1 - Meine geniale Freundin, auch als ebook oder als Hörbuch und im italienischen Original

Teil 2 - Die Geschichte eines neuen Namens, auch als ebook und im italienischen Original

Teil 3 - Die Geschichte der getrennten Wege, lieferbar ab 08.05.2017

Teil 4 - Die Geschichte des verlorenen Kindes, lieferbar ab 09.10.2017

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[The Dry] von Jane Harper

Die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten lastet wie heißes Blei auf dem ländlichen Städtchen Kiewarra mitten im Nirgendwo. Das Vieh der Farmer stirbt, die Menschen fürchten um ihre Existenz.
Als Luke Hadler, seine Frau und ihr Sohn Billy erschossen aufgefunden werden, glauben alle, dass der Farmer durchgedreht ist und erweiterten Suizid begangen hat. Aber Sergeant Raco hat seine Zweifel...

Ein beklemmender Thriller um Heimat, Loyalität und Vergebung. Die Filmrecht wurden übrigens auch schon verkauft an den US-Filmstar Reese Witherspoon.

auch als ebook erhältlich

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Markus Schneider empfiehlt

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[Senora Gerta] von Anne Siegel

Ein wahres Abenteuer von großer Liebe, grenzenloser Unerschrockenheit und selbstlosem Heldenmut: Gertas Leben verspricht Ruhm und Reichtum. Als Tochter einer der bekanntesten jüdischen Familien Österreichs avanciert die Schauspielerin zum IT-Girl im Wien der 20er-Jahre. Mit der Heirat des Profifußballers Moses Stern scheint ihr Glück vollkommen. Doch angesichts der wachsenden antijüdischen Stimmung beschließt das junge Paar, Österreich zu verlassen. In Hamburg warten sie verzweifelt auf das Eintreffen ihrer Visa nach Südafrika, da wird Moses verhaftet und in ein Konzentrationslager verschleppt.

Spannendes als jeder Krimi und eine lebensfrohe Biographie trotz der dunklen Zeit in der sie spielt.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Geheimnis in Weiß] von J. Jefferson Farjeon

Ein Zug, der an Heiligabend im Schnee stecken bleibt, Reisende, die sich auf der Suche nach dem nächsten Bahnhof im Schneetreiben verirren, ein festlich hergerichtetes Haus, dessen Bewohner spurlos verschwunden sind - fertig ist das Bühnenbild für eine weihnachtliche Kriminalgeschichte à la Agatha Christie. Die gestrandeten Reisenden, eine hübsche Revuetänzerin, ein ältlicher Nörgler, ein Geschwisterpaar, ein verschreckter Buchhalter und der alte Mr. Maltby von der Königlich-Parapsychologischen Gesellschaft, versuchen gemeinsam das Geheimnis des Hauses zu lüften. Und kommen dabei mehr als einem Mord auf die Spur.

Eine feine britische Kriminalgeschichte mit leichtem Gruselfaktor. Machen Sie sich eine Tasse Tee, kuscheln Sie sich in eine Decke auf dem Sofa und ab geht‘s ins gute alte England. Der richtige Krimi für die Weihnachtszeit!

auch als ebook erhältlich

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Animox] von Aimee Carter

Krieg der Tierwandler: Als Ratten seine Mutter entführen und sein Onkel sich in einen Wolf verwandelt, wird dem 12-jährigen Simon klar: Seine Familie zählt zu den sogenannten Animox – Menschen, die sich in mächtige Tiere verwandeln können. Und schon steckt er mitten im erbitterten Krieg der fünf Königreiche der Animox. Ob Simon ein Nachfahre des „Beast King“ ist, der sich in alle fünf Tierarten verwandeln kann? Eine Heldengeschichte mit Warrior-Cats-Appeal.

Ein genialer Start einer neuen Kinderbuch-Reihe! Suchtgefahr! Magisch, fantasievoll, einzigartige Charakteren, in einer fließenden, unterhaltsamen Sprache mit tollen Wendungen, absolute Leseempfehlung, nicht nur für Kinder ab 10 Jahren. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band!

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Markus Schneider empfiehlt

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[Bienen] von Piotr Socha

Willkommen im Reich der Bienen! Hier können wir die fleißigen Insekten aus der Nähe betrachten, in einen Bienenstock schauen und alles über das Imkern erfahren. Wer bei Bienen nur an den leckeren Honig denkt, wird staunen! Denn wer hätte gewusst, dass es Bienen schon seit den Dinosauriern gibt? Was es mit dem Bienentanz auf sich hat? Oder warum es ohne die Bienen weniger Äpfel gäbe? Ein wunderbar witziges Buch für große und kleine Bienenfreunde, das mit seinen fröhlich bunten, großformatigen Bildtafeln und vielen erstaunlichen Informationen die Geschichte von Mensch und Honigbiene erzählt.

Dass wir Tauben anfällig sind für besonders außergewöhnlich und liebevoll gemachte Bilderbücher dürfte sich herumgesprochen haben. Mit "Bienen" aus dem Gerstenberg Verlag haben wir wieder so eines gefunden. Das schöne, große Format und die witzigen Illustrationen haben uns sofort begeistert. Zwischendurch waren alle Exeplare ausverkauft, jetzt haben wir nachgeordert! Riskieren Sie mal einen Blick, es lohnt sich!

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Petra Rupp empfiehlt

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[Meine geniale Freundin] von Elena Ferrante

Lila und Elena wachsen in Rione, einem armen und gewalttätigen Viertel im Neapel der Fünfziger Jahre auf. Schon seit Kindertagen sind die beiden Mädchen engste Freundinnen, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite die schüchterne, strebsame Elena, Tochter eines Pförtners, auf der anderen die wilde, widerborstige und unerschrockene Lila, Tochter eines Schusters. Während Elena sich ihre guten Noten in der Schule hart erarbeiten muss, fliegt der hochintelligenten Lila, die sich schon als kleines Kind selbst das Lesen beigebracht hat, alles mühelos zu. Doch der Schuster verweigert seiner hochbegabten Tochter einen höheren Bildungsweg. Und Elena, die eine höhere Schule besuchen darf und eine schriftstellerische Laufbahn einschlägt, hat das Gefühl, irgendwie das Leben zu leben, das eigentlich ihrer Freundin zusteht. Und dabei ist ihr Lila, die heimlich mit ihrer Freundin mitlernt, immer um Längen voraus. Doch dann entwickelt sich Lila zu einer neapolitanischen Schönheit und erregt die Aufmerksamkeit von Marcello Solara, dessen Familie zu den örtlichen Vertretern der Camorra gehört.

Elena Ferrantes erster Band ihrer Neapolitanischen Saga ist nun endlich auf Deutsch erschienen. Es folgen bei Suhrkamp noch drei weitere Bände, die das Leben der beiden Freundinnen weiter-erzählen werden. Die Autorin ist eine große Unbekannte, schreibt Elena Ferrante doch unter Pseudonym. Die Kritiken überschlagen sich weltweit vor Begeisterung. Natürlich gibt es wie immer auch kritische Töne, aber bei aller Aufgeregtheit: ich finde Elena Ferrante hat einen atmosphärisch dichten Neapelroman geschrieben, ein großartiges Sittengemälde Süditaliens in der Nachkriegszeit und einen wunderbaren Roman über eine innige Frauenfreundschaft. Weltliteratur hin oder her: ich bin einfach gespannt darauf, wie es weiter geht.

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[Geschichten aus dem Weihnachtswald] - 24 Geschichten für den Advent

Brigitte Weninger versüßt den Kleinen die Zeit bis Heiligabend mit 24 bezaubernden Geschichten, wunderschön illustriert von Eve Tharlet. Erzählt wird von Wichteln und Wünschen, Schnee und Frau Holle und dem ungeduldigen Warten aufs Christkind.

Ein Weihnachtsschatz, der Kinder ab 4 Jahren und ihre Eltern durch die Adventszeit begleitet und diese besondere Zeit noch zauberhafter macht - man kann da ja nicht früh genug drandenken...

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[Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod] von Gerhard Jäger

Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft, fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos - nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.

Der „Lawinenwinter 1951“ hat viele Todesopfer gefordert und zu genau dieser Zeit spielt der Roman in einer abgeschiedenen, eisigen Bergwelt. Ein sprachgewaltiger Roman voller Gefühle, eine spannende Spurensuche in einem abgeschnittenen Bergdorf, typische Alpendramen originell und bildhaft erzählt – ein Lesegenuss für die nun wieder länger werdenden Abende. Für die Fans von Willmanns „Das finstere Tal“ ein Muss!

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Markus Schneider empfiehlt

Markus Schneider empfiehlt

[Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zum Glück] von Judith Kuckart

Ungewöhnlich und von klarer, sprachlicher Schönheit sind die episodenhaft erzählten Geschichten, die Judith Kuckart hier in diesem auffälligen Buch aus dem Dumont Verlag versammelt. Und die Geschichten erzählen von Menschen, die auf seltsame Weise schief ins Leben gebaut sind, und die durch eine kleinen Stups jederzeit umfallen könnten... und zum Teil auch wirklich umfallen. Die Stupser sind unerwartete Wendungen wie zum Beispiel eine selbstbewusste, junge Frau auf dem Teppich im Flur, die gestern am Silvesterabend da noch nicht lag und die dem achtzehnjährigen Leonhard jetzt einen unerwarteten Start ins Neue Jahr beschert. Oder die Nachricht eines Klavierlehrers, dass er künftig nicht mehr kommen könne, da er fort ziehe. Dass er dadurch eine leise und unauffällig in die Brüche gehende Ehe rettet, weiß er nicht.

Die Figuren wandeln durch die Kulissen, die die Autorin ihnen aufgebaut hat und suchen nach Liebe, Glück und auch Erlösung. Ein Episodenroman voller Überraschungen für Leser von Doris Dörrie. Ein besonderes Buch zur Herbstlese.  

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Markus Schneider, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

Markus Schneider, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

[Von Menschen und Marken] von Andreas Freitag

Menschen schaffen Marken. Schon immer und überall. Und Menschen brauchen Marken, an denen sie sich orientieren und mit denen sie in Beziehung treten. Menschen wie Sie und ich, die ihre Arbeit verrichten mit dem Ziel, es "gut" und "richtig" zu machen. Die sich nach Sinn und Erfüllung in ebendieser Arbeit sehnen. Weil sie wissen, dass die viel zitierte Work-Life-Balance ein Holzweg ist, der den Großteil der wachen Lebenszeit zum Störfaktor des "eigentlichen Lebens" erklärt. Denn es geht nicht darum, mehr oder weniger zu arbeiten, sondern darum, besser zu arbeiten. Besser im Sinne eines klaren Zwecks. Besser im Sinne des philosophischen Begriffs des Guten Lebens.

Und genau dabei helfen Marken, Leitsätze und Unternehmensbilder. Dieses Buch richtet sich an Unternehmer, Angestellte, an Arbeiter und Konsumenten die vielleicht nicht immer 100% zufrieden sind mit dem was sie tun. Und die wieder Schmiß und Erfüllung für die Arbeitsroutine suchen. Und es ist zudem ein wunderschönes Buch des Schmidt Verlages, der sich immer sehr viel Mühe mit seinen Büchern gibt. Augenöffner und Augenschmaus in einem. Sehr, sehr gelungen und inspirierend.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Etta und Otto und Russell und James] von Emma Hooper

Etta ist 83, hat das Meer aber noch nie gesehen. Und so packt sie eines Tages ihre Tasche und macht sich zu Fuß auf den über 3000 Kilometer langen Weg nach Osten. Mit im Gepäck: ein Gewehr und ein Zettel mit ihrem Namen darauf – denn Etta weiß manchmal nicht mehr, wer sie ist. Ihr Mann Otto lässt sie schweren Herzens ziehen, während ihr gemeinsamer Freund Russel zum ersten Mal die heimische Farm verlässt, um sie zu suchen. Etta bleibt nicht lange allein: Unterwegs lernt sie den Kojoten James kennen, mit dem sie fortan traute Zwiesprache hält.

Gemeinsam tauchen sie ein in die Vergangenheit, erinnern sich an ihre Jugend, die Zeiten des Krieges und der Hoffnung, aber auch der versteckten Gefühle.

Ein berührender, zu Herzen gehender Roman der leisen Töne, der zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit balanciert.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Woodwalkers - Carags Verwandlung] von Katja Brandis

Carag ist ein Woodwalker, ein Gestaltwandler, der sowohl die Gestalt eines Menschen als auch eines Pumas annehmen kann. Die ersten Jahre nach seiner Geburt verbringt er mit seiner Familie in Pumagestalt in der Wildnis der Rocky Mountains. Doch seine Sehnsucht nach der schillernden Welt der Menschen ist zu groß, und so verlässt Carag seine Familie schließlich, um ganz bei den Menschen zu leben. Obwohl seine ahnungslosen Menschen- Pflegeeltern, sehr nett sind, ist Carag auch hier nicht wirklich glücklich. Da erfährt er von einem besonderen Internat, in dem nur Woodwalker unterrichtet werden: der Clearwater High. Hier lernt er, seine Besonderheit anzunehmen und das Beste aus beiden Welten zu vereinen. In Holly, der frechen Rothörnchen-Wandlerin und Brandon, dem gutmütigen und tollpatschigen Bison-Wandler findet Caragh neue Freunde. Doch da gibt es noch Andrew Milling, ein reicher und mächtiger Berglöwen-Wandler, der etwas Böses gegen die Menschen im Schilde zu führen scheint. Und was weiß Milling über den Verbleib von Carags Puma-Familie, die spurlos verschwunden ist…

Ein tierisch-spannender, fantasievoller und witziger Jugendroman ab 10 für alle Fans von Harry Potter und Co. Fortsetzung folgt!

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[The Girls] von Emma Cline

Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden - aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den "Girls". Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.

Selten machte ein Buch in der Literaturwelt schon vor seinem Erscheinen so Furore wie dieses: Cline wollte ein Buch schreiben, angelehnt an Charles Manson, einen Hippiekommunenanführer in Kalifornien, der 1969 seine Anhängerinnen zu zahlreichen Morden anstiftete. Cline erzählt ihre Geschichte knackig und gekonnt aber mehr aus der Perspektive einer zutiefst verunsicherten und deshalb leicht verführbaren 14-jährigen. In pointierten Sätzen und poetischen Bildern gibt sie Einblick in diese Mädchenseele, stellt glaubhaft die Macht von Sekten und die seelischen Folgen für deren Anhänger dar. Klug und fesselnd: die erwachsene, isoliert lebende Evie erzählt aus der Rückschau. Es ist ein Buch über Drogen, Sex und Mord. Die (damals tatsächlichen ) Morde stehen aber nicht im Vordergrund, werden nur am Rande erwähnt, es ist ein facettenreiches Glanzstück über junge Mädchen auf dem Weg zur Frau und sich selbst.

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Elanus] von Ursula Pozsnanski

Es ist klein leise und es sieht alles!“

Jona ist siebzehn und hochbegabt. Er hat bereits ein Stipendium für eine Eliteuni erhalten und beginnt Technomathematik zu studieren. Allerdings ist er sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Kommt ihm jemand blöd, schickt er sein privates Forschungsobjekt los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet ist „Elanus“ in der Lage jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Auf diesem Weg deckt er in seinem neuen Wohnort jedoch ein Geheimnis auf, das ihn in große Gefahr bringt.

Nach der Lektüre dieses Buches sind einige nervöse Blicke zum Fenster garantiert. Ein wirklich spannender Jugendthriller mit einem topaktuellem Thema ab 14 Jahren.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[In einer Sommernacht wie dieser] von Tanja Heitmann

Als die 17-jährige Leo auf den undurchschaubaren Alexei trifft, gibt der ihr nicht nur Rätsel auf, sondern bringt auch ihre Gefühle ganz schön durcheinander. Doch dann passiert ein Mord, und Leo muss sich fragen, ob Alexei etwas damit zu tun hat. Dass sie trotzdem weiterhin an ihn glaubt, bringt sie am Ende sogar in Lebensgefahr. Aber es macht Leo auch stärker. Kann sie ihrer Liebe wirklich trauen?

Ein tolles Buch für Jugendliche, die gerne einen fesselnden Thriller mit viel Romantik und Liebe, aber auch vielschichtigen Charakteren lesen.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Mein Name ist Leon] von Kit de Waal

Leon ist neun und ziemlich dunkelhäutig, sein Halbbruder Jake dagegen ganz blond und erst sechs Monate alt. Als ihre Mutter Carol mal wieder richtig Pech mit einem Kerl hat, bleibt sie einfach im Bett liegen. Und Leon muss sich um Jake kümmern, ihn wickeln, etwas zu essen besorgen.

Das fliegt natürlich irgendwann auf, das Sozialamt schaltet sich ein. Es bringt die beiden Jungs erst einmal bei Pflegemutter Maureen unter: übergewichtig, rothaarig, etwas nah am Wasser gebaut - man muss sie schon ein bisschen kennenlernen, um zu merken, was für ein riesengroßes Herz Maureen hat. Bald findet sich auch eine richtige Adoptivfamilie. Allerdings nur für Jake, denn der ist ja klein und blond. Leon weiß nicht mehr ein und aus vor Schmerz. Und er fasst einen Plan. Einen gefährlichen Plan, in diesem heißen Londoner Sommer 1981 ...

Diese Geschichte um einen kleinen, tapferen Jungen ist ein bitteres Buch: Kit de Waal lässt Leon leiden und da muss der Leser durch. Aber es gibt Lichtblicke. Leon schließt Freundschaften in einer Gartenkolonie und entwickelt eine Leidenschaft fürs Gärtnern und Fahrradfahren, aber er will um jeden Preis seine Familie wiedervereinen. Durch seinen kritischen Kinderblick auf unsere Welt nistet sich Leon leise in das Herz des Lesers ein. Tolles, lesenswertes, nachklingendes Buch, dessen traurige Welt uns zeigt, was Kinder manchmal aushalten müssen.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Mein Leben als Schäfer] von James Rebanks

James Rebanks ist Schäfer und wollte nie etwas anderes sein. Er entstammt einer Generation von Schäfern aus dem Lake District und schon als Junge ist für ihn klar, dass er in die Fußstapfen seiner Vorfahren treten wird. Die Schule empfindet der junge James als reine Zeitverschwendung, wartet doch draußen in den Hügeln wichtigere Arbeit auf ihn. Bestärkt in dieser Haltung wird der Junge durch unsensible Lehrer, die - sicher gutgemeint - den Schülern die Notwendigkeit der Bildung an Herz zu legen versuchen, um diesem harten Leben entfliehen zu können. Und damit der Leistung der Schäfer und Bauern, die diesen großartigen Landstrich seit Jahrhunderten geprägt haben, nicht den Stellenwert zuerkennen, der ihr zusteht. Doch als sein über alles geliebter Großvater stirbt, macht James, der eigentlich schon immer gerne Bücher gelesen hat, unterstützt von seiner Frau Helen, sein Abitur nach und studiert anschließend in Oxford. Heute arbeitet James Rebanks neben seiner Arbeit als Schäfer freiberuflich als beratender Experte beim UNESCO-Weltkulturerbezentrum in Paris. Neben seiner Lebensgeschichte erzählt Rebanks in seinem Buch von seinem Alltag als Schäfer, von seiner Verbundenheit mit dem Land seiner Väter, von der eingeschworenen Gemeinschaft seiner Bewohner, von Traditionen und Werten, vom Takt der Jahreszeiten und uralten Arbeitsweisen.

James Rebanks gibt mit seinem Buch, das in Großbritannien zum Bestseller wurde, einen Einblick in das Leben eines modernen Schäfers und in eine tiefe Verwurzelung an einen Ort, die viele von uns verloren haben. Er bricht eine Lanze für eine naturverbundene Lebensweise, in der es nicht um Ehrgeiz und Karrierestreben geht und gibt Millionen von Menschen, die leben und sterben, ohne groß von sich reden zu machen, eine Stimme.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Magnus Chase und das Schwert des Sommers]

Es ist schon ne ganze Weile her, dass wir von Rick Riordan was Neues gehört haben. Jetzt ist der erste Band der (nicht nur von mir) heiß ersehnte neue Reihe um Magnus Chase auf deutsch erschienen. Ja, es steht wieder ein Göttersohn im Mittelpunkt der Geschichte - dieses Mal entführt uns der Erfolgsautor in die nordische Götter- und Sagenwelt. Magnus checkt ein im Hotel Walhalla, nachdem er einen Heldentod auf einer Brücke stab und dabei gleich mal noch einen der schlimmsten Feuerfürsten mit in die Tiefe gerissen hat. In Walhalla lernt er seine neuen Mitstreiter kennen und auch eine zwielichtige Walküre, die ihm das Leben schwer machen wird. Er muss das Schwert des Sommers finden um den Weltuntergang, Ragnarök, abzuwenden. Muster, die wir aus den ersten Reihen kennen. Aber das stört überhaupt nicht. Denn Riordan fabuliert mit soviel Freude und Wortwitz, dass man vom Schmunzeln ins Lachen, dann ins atemlose Lesen und ungläubige Kopfschütteln kommt - ein klasse Buch für Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene mit Humor.

Ich habs an einem Sonntag gelesen und bereue es nicht - im Gegenteil, ich brenne schon auf den zweiten Teil, da muss ich aber leider wieder ein Weilchen warten...

 

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Silja Korn empfiehlt

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[Die vier Jahreszeiten des Sommers] von Gregoire Delacourt

Vier Paare ganz unterschiedlichen Alters begegnen sich im Sommer an einem Strand in Nordfrankreich – und damit vier Liebesschicksale. Zwei Teenager im Rausch der ersten Liebe, eine traumatisierte 35-Jährige auf der Suche nach einem neuen Glück, eine gelangweilte Hausfrau , die sich ins Abenteuer stürzt, und ein altes Ehepaar, das sich noch genauso liebt wie am ersten Tag. Ihre Geschichten sind eng miteinander verwoben, ihre Schicksale beeinflussen sich gegenseitig und gipfeln in einem dramatischen Höhepunkt.

Ich bin ganz verzaubert von diesem französischen Episodenroman und der wunderbaren Melancholie, die er verströmt! Ein Sommerbuch, das zunächst federleicht daherkommt, aber den Leser fordert und ihn zum Nachdenken anregt: In welchem Protagonisten findet man sich selbst und die eigene(n) Liebesgeschichte(n) wieder? Wie möchte man am Lebensende auf seine Partnerschaften zurückblicken? Delacourt schreibt über diese Lebens- und Liebesfragen ungeheuer gefühlvoll und blumig, ohne überladen oder kitschig zu wirken.

Grandios!  In der Hängematte innerhalb kürzester Zeit verschlungen und sehr glücklich wieder herausgehüpft.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Dr. Siri und die Geisterfrau] von Colin Cotterill

Kennen Sie Dr. Siri? Ja? Dann freuen Sie sich sicher auf seinen neuesten Fall. Noch nicht? Sie mögen schräge Krimis mit skurrilen Personen und einem gehörigen Schuss Exotik? Dann ist der neue Dr. Siri genau das Richtige für Sie.

Dr. Siri Paiboun, ursprünglich Arzt im wohlverdienten Ruhestand, wird im Laos der Siebziger Jahre vom kommunistischen Regime gegen seinen Willen zum einzigen Pathologen des Landes ernannt. Zusammen mit seiner Assistentin, der handfesten Krankenschwester Dtui, und seinem Gehilfen, dem unter dem Down Syndrom leidenden Herr Geung, beginnt Dr. Siri bald selbst zu ermitteln und mehr als einen Fall mit seinem messerscharfen Verstand aufzuklären. Durch und durch Wissenschaftler belächelt Dr. Siri den Geisterglauben seiner Landsleute und wird bald eines besseren belehrt. Wider alle Vernunft muss er sich damit abfinden, dass der Geist eines 1000jährigen Schamanen in seinem Körper wohnt. Und dass er ständig Geister sieht, die andere offensichtlich nicht wahrnehmen können. Nur dass diese ihm oft etwas mitteilen möchten und er sie aus irgendeinem Grund nicht hören kann, wurmt den Ermittler. Da kommt der neue Fall gerade recht. Obwohl seit vier Wochen auch als Pathologe offiziell im Ruhestand, soll Dr. Siri zusammen mit einer Hexe die Leiche des verschollenen Bruders eines hochrangigen Ministers aufspüren. Die Hexe, angeblich erst vor kurzem selbst von den Toten auferstanden, hat Zugang zu den Geistern Verstorbener und Dr. Siri hofft, von ihr die Kommunikation mit den Toten zu lernen. Doch dann taucht ein finsterer Franzose auf, der es auf Madame Daeng, Dr. Siris Ehefrau, abgesehen hat. Und mit der Hexe scheint etwas nicht zu stimmen, so wie hinter der angeblichen Bergungsaktion etwas ganz anderes zu stecken scheint…

Witzig, böse, ironisch, klug – Dr. Siri at its best!

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Silja Korn empfiehlt

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[Muttergehäuse] von Gertraud Klemm

Eine ungewollt kinderlose Frau entschließt sich gemeinsam mit ihrem Mann ein Kind zu adoptieren, nachdem sie jahrelang vergeblich versucht hat schwanger zu werden. Nach langer Zeit und vielen Anträgen dürfen sie endlich ihr Kind in Afrika abholen. So weit, so glücklich? Nein. Denn hier beginnt der Kampf der Protagonistin erst. Ein Kampf, dem sich viele Mütter heute ausgesetzt sehen: um das eigene Glück, das sich-Verlieren in der Mutterrolle und die Anfeindungen und Engstirnigkeiten Außenstehender.

Ich bin begeistert – denn es ist ein sehr ehrliches Buch über ein ernstes Thema und die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Auf sprachlich hohem Niveau verpackt sie die Orientierungssuche einer jungen Frau, hält der Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vor und macht Mut zu einer alternativen Elternschaft.

Das Buch ist zudem eine Augenweide – denn die (Alb-) Träume der Erzählerin sind im Buch illustriert und wiederholen optisch das wunderschöne Cover des Romans und verstärken den Tagebuch-Stil. Ein sehr intensives Leseerlebnis, geschaffen von einer Autorin die keine Angst hat anzuecken.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Am Ende bleiben die Zedern] von Pierre Jarawan

Samirs Eltern sind kurz vor dessen Geburt aus dem Libanon nach Deutschland geflohen. Als sein geliebter Vater spurlos verschwindet, ist Samir acht. Jetzt, zwanzig Jahre später, macht er sich auf in das Land der Zedern, um das Rätsel dieses Verschwindens zu lösen. Eine große Familiengeschichte, berührend, überraschend und meisterhaft verwoben mit dem dramatischen Schicksal des Nahen Ostens.

Ein vielschichtiger, spannender, einfühlsamer und schöner Roman über die große Suche nach der Wahrheit. Tolle Charaktere, schöner Schreibstil und gleichzeitig Geschichtsunterricht über den Libanon. Der junge Münchener Poetry-Slammer Pierre Jarawan, Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter, hat sein Roman-Debüt vorgelegt:  poetisch, berührend, sehr aktuell.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Ghetto Bitch] von Gernot Griksch

Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 18-jährige Skater Yannik auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren. Ghetto Bitch  stammt von Wortwitz-Genie Gernot Gricksch, der auch schon Drehbuchautor von "Tatort Münster" und "Das Leben ist nichts für Feiglinge" war.

Eine witzige, aber auch nachdenklich stimmende Geschichte über Arm und Reich, über Vorurteile und Lebensveränderungen. In einer angenehmen, leicht verständlichen Sprache mit einer spannenden Handlung. Das Lesen dieses Buches macht Spaß! Für Leser ab 14 Jahren

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Christine Rautenberg und Ulrike Fischer empfehlen

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[Der letzte Pilger] von Gard Sveen

Es ist Frühling in Oslo, als ein grausames Verbrechen geschieht: Der ehemalige Widerstandskämpfer Carl Oscar Krogh wird brutal ermordet. Während des Krieges stand er stets auf der richtigen Seite. Wer bringt einen Mann um, den alle bewundern? Kurz zuvor findet man in der Nordmarka drei Leichen. Unter ihnen ein kleines Mädchen. Kommissar Tommy Bergmann, scharfsinnig, klug und ein Selbsthasser voller innerer Abgründe, sieht einen Zusammenhang: Die Toten stehen in Verbindung zu Agnes Gerner, einer Agentin des Widerstandes zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Je mehr Tommy Bergmann über die schöne und hochintelligente Frau herausfindet, umso gefährlicher erscheint sie ihm. Ausgezeichnet als bester Krimi Skandinaviens.

Großartig! Ein absolut rasanter, komplexer Mix aus Krimi und einem Agenten- und Spionagethriller während des zweiten Weltkrieges in Skandinavien. Sicher einer der besten Krimis, den die Tauben in der letzten Zeit gelesen haben!

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[These Broken Stars - Lilac und Traver]

Das Raumschiff Icarus gilt als eines der sichersten im Universum, als es plötzlich und ohne große Vorwarnung beginnt abzustürzen und aus dem Hyperspace gerissen wird. Diese Katastrophe überleben nur zwei Menschen: Lilac und Tarver. Lilac ist die Tochter des reichsten Mannes im Universums und Tarver ist ein junger Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen, der sich im Kampf gegen Aufständische in den Kolonien verdient gemacht hat. Die beiden steigen gerade noch rechtzeitig in eine Rettungskapsel und stürzen auf einem fremden Planeten ab.

Viele Planeten wurden terraformiert, um das Leben auf ihnen möglich zu machen und auch dieser Planet scheint terraformiert zu sein, jedoch stimmt irgendetwas ganz und gar nicht mit diesem Planeten. Um zu überleben, müssen sie zusammenarbeiten, doch das gestaltet sich zunächst als schwierig, denn beide sind nicht bereit, ihre wahren Gefühle zu zeigen.

Eine spannende Science Fiction Geschichte mit sympathischen Figuren und einem guten Plot jenseits der Highschoolhysterie für Leser ab 14 Jahren.

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Simon Fortenbacher empfiehlt

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[Geworfen] von Kerry Howley

Kerry Howley führt uns tief in die Subkultur des MMA (Mixed Martial Arts), eine Kampfsportart, die Stile und Techniken aller Kampfarten vereint. In „Geworfen“ lässt sie eine junge Philosophiestudentin zu Wort kommen, die sich, gelangweilt von der trockenen akademischen Welt, in die abgründige Paralleldimension des MMA flüchtet. Mit viel Ironie und messerscharf geschliffenen Sätzen beschreibt die junge Frau den Sog, den die archaische Atmosphäre der Kämpfe hat. Dabei beschreibt sie die schmutzige, körperlich raue Ästhetik des Kampfes mit einer poetischen und philosophischen Sprache und entdeckt dort zwischen Blut und Schweiß eine unverfälschte und urtümliche Schönheit, deren Existenz der moderne, zivilisierte Mensch nur zu gerne leugnet, obwohl er sich ihr nicht entziehen kann.

Über ein Jahr begleitet sie zwei Kämpfer, den abgehalfterten, zähen Veteranen Sean Huffmann und den jungen aufstrebenden Erik Koch, durch deren Alltag aus Training, Hungerwahn und Abstumpfung. Diese gegensätzlichen Figuren vereint nur Eins, eine bedingungslose, suchthafte Hingabe für den Kampf.

 

Howley gelingt ein sprachlicher Geniestreich. Man spürt geradezu wie die Erzählerin mehr und mehr der Brutalität und Kameradschaft der Männerwelt des MMA verfällt. Umso tiefer sie in diese rohen Wirklichkeit eintaucht, umso härter werden die Formulierungen. Denn so, wie die Seele des MMA-Kämpfers nach dem nächsten Kampf lechzt, so verlangt bald auch sie nach dem Adrenalin und der bewusstseinsverändernden Wirkung, die das Zuschauen bei ihr hat.

Dieser nur halb fiktive Roman glänzt düster wie das blaue Auge eines Boxers. Roh, hart, nachdenklich, traurig und psychedelisch.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Die Eismacher] von Ernest van der Kwaast

Eiscremefarben, erfrischend und ganz schön italienisch kommt die erste Empfehlung daher: "Die Eismacher" von Ernest van der Kwaast. Eine wunderbare, sommerleichte und trotzdem auch anspruchsvolle Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder aus einem Eismacherdorf im Südtiroler Val die Cadore. Luca führt die elterliche Eisdiele in Amsterdam, Giovanni bricht mit der Tradition und der Familie. Ein Unglücksfall und eine ungewöhnliche Bitte bringen die Familie wieder zusammen.

Vanille, Schokolade, Erdbeer, Freundschaft und Familie - einfach wunderbar. Zum Selberlesen, zum verschenken und zum sich miteinander dran freuen.

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Simon Fortenbacher empfiehlt

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[Die Macht der Geographie] von Tim Marshall

Tim Marshall nimmt uns mit auf eine hochspannende Reise um die Welt. Anhand von Landkarten, erklärt er uns die Weltpolitik und das ist alles andere als langweilig. Wer früher Geografie in der Schule furchtbar fand, weil der Stoff an Trockenheit nur noch vom Geschichtsunterricht geschlagen wurde, der sollte dieses Buch lesen, um ein Trauma zu therapieren. Denn der Autor schafft das Wunder, er zeigt wie interessant und kurzweilig diese Materie sein kann. Er schenkt dem Leser Einblicke in langfristige Entwicklungen, die bereits vor Jahrhunderten ihren Anfang nahmen.

Warum ist die Krim für die Russische Föderation von so großer Bedeutung, dass ihr Präsident Putin einen neuen kalten Krieg riskiert, um sie in seinem Einflussbereich zu halten. Weshalb gibt es keine brennenden Konflikte zwischen Indien und China, obwohl diese zwei Großmächte seit Jahrhunderten eine lange gemeinsame Grenze haben? Warum erholen sich die USA von wirtschaftlichen Krisen so schnell, obwohl sie am meisten darunter leiden? Welche Bedeutung haben die Falkland-Inseln für Argentinien? All diese Antworten liefert die Geografie. Und Tim Marshall zeigt uns, warum Konflikte aufgrund von Gebirgsketten verhindert werden und welche Chancen auf Frieden durch den technischen Fortschritt entstehen.

In kurzen Kapiteln und einer sachlichen mit schwarzem britischen Humor unterlegten Sprache, lädt Tim Marschall uns ein zum globalen Strategiespiel. Er gewährt uns Einblicke in die Perspektiven der Mächtigen und gibt uns ein Gefühl für das, was kommen wird. Große Sachbuchkunst!

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Petra Rupp empfiehlt

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[Die Birken wissen's noch] von Lars Mytting

Edvards Erinnerungen an seine Mutter und seinen Vater  bestehen nur aus  verschwommenen Momentaufnahmen, da seine Eltern bei einem tragischen Minenunglück auf einer Frankreichreise ums Leben kamen als er drei Jahre alt war. Seitdem wächst er bei seinem eigenbrötlerischen  Großvater Sverre auf einem abgelegenen Hof im Gudbrandsdalen auf. Nach dem Tod des Großvaters stößt Edvard auf Ungereimtheiten und offene Fragen.  Wie hat es seine Mutter, eine Französin, nach Norwegen verschlagen, was suchten seine Eltern in dem abgesperrten Minenfeld und wieso war er selbst mehrere Tage verschwunden und wurde schließlich weit entfernt vom Unglücksort aufgefunden? Welche Rolle spielt der Bruder des Großvaters, Einar, ein begnadeter Kunsttischler, der mit Sverre tief zerstritten war, seit die Brüder im zweiten Weltkrieg auf verschiedenen Seiten kämpften?  Und wieso wurde Einar seltsamerweise angeblich 1944 an dem gleichen Ort, an dem Edvards Eltern fast dreißig Jahre später den Tod finden sollten, erschossen?  Einars Spuren führen Edvard über die Shetland-Inseln nach Frankreich und nach und nach enthüllt er eine tragische Familiengeschichte und ein faszinierendes Geheimnis.

Ein fesselnder Roman über die Suche nach den eigenen Wurzeln, die den Leser  zu den großen Tragödien des letzten Jahrhunderts führt. Und gleichzeitig ein überraschendes Buch über Flammbirken und Walnussbäume: wie schon in seiner Kulturgeschichte  „Der Mann und das Holz“  erzählt uns Lars Myyting - dieses Mal in eine spannende Romanhandlung verpackt- Faszinierendes über das Leben der Bäume und die Liebe zum Holz.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[In einem anderen Leben] von Linus Reichlin

Als er noch ein Kind war, kamen ihm seine Eltern oft wie Richard Burton und Liz Taylor vor. Sie waren das schillernde Paar in einer spießigen Umgebung: schön, erfolgreich, voller Leidenschaft – und ständig flogen die Teller durch die Luft. Ein ständig trinkender egomanischer Vater und eine labile Mutter, der Ehekrieg tobte, bis ihm ein tragischer Unfall ein Ende setzte. Und mittendrin er, Luis.  Zwanzig Jahre später lebt Luis schon lange in einem anderen Land und in einem anderen Leben, aber ein Zufall lässt seine Erinnerung an die Jugendjahre wieder aufleben und so beginnt für ihn eine Erinnerungsreise zu den Anfängen. Die Galle der Vergangenheit kommt wieder hoch und ätzt sich in das neues Leben.

Dieser eindringlich und tiefgründig geschriebene Roman ist bis zuletzt  fesselnd und unter die Haut gehend. Er setzt sich mit der Frage: Was passiert mit Kindern von Alkoholikern auseinander und ist keine leichte Kost.

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Silja Korn empfiehlt

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[Schlüsselsätze der Liebe] von Oskar Holzberg

Oskar Holzberg ist Paartherapeut mit 20 Jahren Erfahrung. In der „Brigitte“ gibt er zu altbekannten Fragestellungen rund um Beziehungen, Sex, Kommunikation und Bindung verblüffend einfache, oft naheliegende und dennoch provokante Lösungsansätze (z.B. „Angriff ist der Wunsch nach Nähe“, „Was Paare zusammenbringt, bringt sie auch wieder auseinander“, „Schuld hat, wer Schuld sucht“).

Seine 50 besten Antworten sind nun in diesem Buch als „Schlüsselsätze der Liebe“ erschienen. Besonders gefällt mir, dass sein Stil unglaublich nachvollziehbar und gut im Alltag umsetzbar ist. Er schreibt erfrischend und ohne erhobenen Zeigefinger.

Ich empfehle dieses Buch gerne – egal, ob man sich in einer glücklichen oder unglücklichen Beziehung befindet, es kann ein wichtiger Anstoß sein.

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Markus Schneider empfiehlt

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[#10 Tage] von Christoph Karrasch

Video-Reiseblogger Christoph Karrasch reist mit Vollgas um die Welt - und bewältigt unterwegs jede Menge verrückte Aufgaben. Seine Fans und Follower haben die Route bestimmt: Lima - Las Vegas - Auckland - Kathmandu - Kapstadt. Und sie bestimmen das Programm: Ob Karrasch auf seiner außergewöhnlichen Weltreise halbnackt den Haka tanzt, Meerschweinchen isst oder in Vegas zum Star wird, liegt in ihrer Hand. Der Weltenbummler ist schmerzerprobt, aber auf dieser Reise geht er an seine Grenzen. In 10Tage erzählt er farbenfroh und mitreißend, was man während der kürzesten Weltreise der Welt alles erleben kann.

 

Ein Buch das Spaß. Und es macht Lust aufs "andere" Reisen. Perfekte Lektüre für den Balkon, fürs Handgepäck oder die Poolliege.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Mein Leben nebenan] von HuntleyFitzpatrick

Alice Garretts Leben besteht aus To-do-Listen und Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Nichts passt weniger in ihr Leben als der zu Hause rausgeflogene Loser-Freund ihres Bruders Tim. Ein Schulabbrecher mit jeder Menge Problemen – ausgerechnet er zieht nun über der Garage der Garretts ein. Tims Planlosigkeit geht Alice so was von auf die Nerven – und gleichzeitig fühlt sie sich immer wieder magisch zu ihm hingezogen.

Es ist zwar das zweite Buch der Garrett-Familie, aber auch separat gut zu lesen. Erzählt in zwei unverwechselbaren, entwaffnend ehrlichen Erzählstimmen ist dies eine Geschichte vom Scheitern, Aufstehen und Alles-Riskieren. Und die Geschichte einer sehr besonderen Liebe. Sommerlich leichte, lockere Jugendlektüre.

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[Hades] von Candice Fox

Hades ist der Chef einer Mülldeponie am Rande von Sydney. Er ist in einige illegale Dinge verstrickt unter anderem hilft er Verbrechern Leichen zu entsorgen. Hades ist so gut in seinem Job, dass er nie erwischt wird. Eines Tages werden zwei schwerverletzte Kinder bei ihm abgeladen, die er eigentlich beseitigen soll, er jedoch zieht sie groß. Die beiden Eric und Eden werden Cops bei der Mordkommission in Sydney, mit einem besonderen Gespür für Gerechtigkeit. Sie sind geprägt von ihrer besonderen Erziehung und ihren traumatischen Erlebnissen.Der desillusionierte Cop Frank Bennett wird Eden als neuer Partner zugeteilt. Gemeinsam bearbeiten sie einen großen Fall. In Sydney geht ein Organdieb um, der an Recht und Ordnung vorbei selbst Organtransplantationen vornimmt und sich seine zahlreichen Opfer in verschiedensten Milieus sucht.

Die junge Australierin erzählt die Geschichte, indem sie Rückblenden über den Werdegang von Hades und seinen zwei Zöglingen in die Story einbaut. Täter und Opfer kommen in eigenen Erzählsträngen zu Wort.

„Hades“ bietet spannende, komplexe Unterhaltung – ein tolles Debüt.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Die Strömumg] von Cilla und Rolf Börjilind

Ein neuer Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton. In den Wäldern von Schonen im südlichen Schweden kommt es zu einem entsetzlichen Verbrechen. Ein kleines Mädchen wird ermordet, als es friedlich spielend im Sandkasten sitzt. Ein familiärer Hintergrund? Doch zwei Tage später der zweite Kindermord, diesmal in der Nähe von Stockholm. Was verbindet die beiden Fälle? Schnell fällt der Verdacht auf eine rassistische Gruppierung, die beide Elternpaare zuvor offen bedroht hat. Aber ist es wirklich so einfach? Und warum tauchen gerade jetzt Hinweise auf einen alten, nie geklärten Mord an einer hochschwangeren Edelprostituierten auf? Olivia Rönning, eine junge ehrgeizige Polizistin, und Tom Stilton, ein einst berühmter Kommissar, sind aus jeweils ganz persönlichen Gründen an der Aufklärung dieser Verbrechen interessiert. Sie kommen einer Geschichte aus auf die Spur, wie sie verquerer und abscheulicher nicht sein könnte…

Spannend bis zur letzten Seite! Die Autoren verstehen es, von der ersten Seite an eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen, die Handlung ist nicht vorhersehbar und vielschichtig, dazu beklemmend aktuell (Ausländerhass, rechtsradikales Gedankengut). Faszinierend düster! Es ist zwar der dritte Teil, aber auch ohne Vorkenntnisse zu lesen.

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[Was wir getan haben] von Karen Perry

Zwei Brüder, 8 und 10 Jahre alt, spielen gemeinsam mit ihren Freunden an einem Fluss in Kenia. Doch dann geschieht dort etwas Schreckliches, was ihr Leben für immer verändern wird. Und es begann doch nur als vermeintlich harmloses Spiel unter Kindern… Jahre später werden die nun erwachsenen Protagonisten plötzlich bedroht – jemand scheint ganz genau zu wissen, was sie vor Jahren getan haben und macht vor nichts Halt, um späte Rache zu üben.

Dieser neue Thriller des Autorenduos Karen Gillece und Paul Perry (gemeinsam schreiben sie als Karen Perry) zeichnet sich durch eine stete unterschwellige, lauernde Spannung aus und spielt sehr geschickt mit den großen Themen Schuld, Sühne und Vergebung. Ich war sehr gefesselt, auch weil die Story psychologisch toll konstruiert ist und man abwechselnd die Sicht der weiblichen und der männlichen Hauptfigur erlebt. Ein wirklich lesenswertes Buch mit Spannung, einer zarten Liebesgeschichte und wundervoll poetischen Passagen.

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[Romeo & Romy] von Anreas Izquierdo

Romy könnte eine große Schauspielerin sein, aber niemand sieht sie, denn sie ist nur die Souffleuse. Aber auch das nicht lange, denn nach einem harmlosen Flirt mit Hauptdarsteller Ben, dessen einzige schauspielerische Glanzleistung sein Auftritt als 'Frischedoktor' in einem Waschmittelspot ist, wird sie gefeuert. Und Ben kurz nach ihr. Romy kehrt zurück in ihr winziges Dorf, um dort ihr Erbe anzutreten. Hier leben nur noch Alte. Und die haben sich in den Kopf gesetzt, rasch das Zeitliche zu segnen, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Plätze frei. Wer da zu spät kommt, muss auf den Friedhof ins Nachbardorf. Und da gibt es – wie jeder weiß – nur Idioten. Romy schmiedet einen tollkühnen Plan: Sie will mit den Alten ein elisabethanisches Theater bauen. Aus der gammeligen Scheune hinter ihrem Hof. Und mit ihnen Romeo und Julia auf die Bühne bringen. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Der 'Frischedoktor' soll Regie führen! Ben ist begeistert: Regisseur! Das könnte unter Umständen der erste Job werden, den er nicht voll gegen die Wand fährt.

In seinem wunderbaren Schreibstil beschreibt Izquierdo wie die sympathische Protagonistin Romy ihrem Traum gegen alle Widerstände folgt und einem ganzen Dorf voller liebenswerten „Alten“ (tolle Figuren!) wieder neues Leben einhaucht. Familie ist nicht unbedingt immer mit Blutsverwandtschaft gleichzusetzen, manchmal sind liebe Freunde und die Menschen, die einen jahrelang durchs Leben begleiten, einem viel näher. Und das Dorf Großzerlitsch ist solch eine einzige, große Familie. Auch wenn sich nicht immer alle mögen und es oft genug auch Streit und Uneinigkeiten gibt – letztendlich halten die Bewohner zusammen. Ein lesenswertes Buch, das seine Leser sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringen wird, das voller Lebensfreude, Humor und Freundschaftsgefühlen steckt.

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[Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul] von Verena Reinhardt

riedrich Löwenmaul findet eines Abends auf seinem Balkon eine riesige, goldene Hummel, die sich gerade über seine Balkonblumen hermacht. Die Größe der Hummel erstaunt Friedrich nicht weiter, gehört er doch zu den sogenannten kleinen Leuten, ist also ziemlich winzig, und außerdem entstammt er einer Familie von berühmten Hummelreitern – wenn er selbst auch lieber Buchprüfer geworden ist. Was Friedrich jedoch ziemlich erschreckt ist die Tatsache, dass die Hummel sprechen kann und sich als Hieronymus Brumsel vorstellt. Mit einem Trick entführt Brumsel Friedrich nach Skarnland, wo alle Tiere sprechen können und in Eintracht mit den kleinen Leuten leben. Skarnland ist in zwei Reiche aufgeteilt, Südwärts und Nordwärts, die sich mehr oder weniger feindlich gegenüber stehen. Hier erhält der alles andere als begeisterte Friedrich von der bezaubernden Königin Ophrys den Auftrag, zusammen mit Brumsel, dem Geheimdienstchef von Südwärts, die bösen Absichten des Nordens auszuspionieren. Am Anfang will der arme Friedrich, der ja alles andere als ein mutiger Hummelreiter ist, nur nach Hause, doch dann kommen er und Brumsel einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur. Verzweifelt versuchen die beiden einen großen und sinnlosen Krieg zu verhindern.

Ein spannender, witziger Abenteuerroman, bevölkert mit skurrilen Gestalten, wie fetten Seidenraupen, gefährlichen Hornissen, geschwätzigen Hirschkäfern, kriegerischen Ameisen und Arien schmetternden Schleiereulen. Ein wunderbares Kinderbuch ab 11 Jahren, in dem der Leser lernt, dass die Gründe für einen Krieg meistens unwichtig sind und wie man einen solchen fast ganz unblutig verhindern kann. Und ganz nebenbei noch viel Wissenswertes über Insekten erfährt.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Endgültig] von Andreas Pflüger

Mit einem wirklich sagenhaft guten Krimi starten wir in den Mittwoch. Im Mittelpunkt steht eine blinde Ermittlerin und ein Fall, der auch in ihre eigene Vergangenheit zu reichen scheint. So weit, so gut... Und für viele Krimileser vielleicht banal. Das ist es aber keinesfalls. Was der Autor Andreas Pflüger mit diesem Buch geschaffen hat ist ein atmosphärisch-dichter und unglaublich spannender Blick in eine dunkle Welt, innen und außen. Rache, Sühne, Liebe und Gerechtigkeit - das sind auch oft gehörte Schlagworte bei Krimis. Hier werden Sie allerdings in eine umwerfend gut geschriebene Handlung verflochten.

Der Suhrkamp Verlag bürgt ja gemeinhin für Qualität - mit diesem Cop-Thriller, mit diesem Mehr-als-ein-Krimi-Krimi ist Autor und Verlag ein großer Wurf gelungen. Und der Täuberich freut sich, im Nachwort gelesen zu haben, dass es eine Fortsetzung geben wird - das wird ein Fest! Leseempfehlung und Tauben-Tipp!

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Simon Fortenbacher empfiehlt

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[Neringa oder die andere Art der Heimkehr] von Stefan Moster

Wer kennt das nicht? Eine Filmszene macht alte Erinnerungen wieder lebendig. So ergeht es auch der Hauptfigur des Romans „Neringa – Oder die andere Art der Heimkehr“.

Die Hauptfigur, ein Mann mittleren Alters, erfolgreicher Manager eines britischen Softwareunternehmens, wird durch eine Filmszene in seine Vergangenheit versetzt. Sein Großvater, eine Pflasterer, um den sich allerlei Geheimnisse ranken, und der seit einigen Jahren verstorben ist, wird schlagartig wieder präsent. Der Mann fällt in eine tiefe Krise, deren Ursprung für ihn unerklärlich ist und erst Neringa, eine Schattenkünstlerin aus Litauen, die in London ihren Lebensunterhalt als Putzfrau verdingt, lässt wieder Licht in sein Leben. Gemeinsam mit ihr begibt er sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels, das tief in den Schatten des 2. Weltkriegs verborgen, sein Unterbewusstsein beschäftigt.

Stefan Moster ist ein Meister des psychologischen Romans. Geschickt lässt er den Ich-Erzähler zwischen mehreren Zeitebenen springen. Er kreiert Momente, durch präzise formulierte Sätze und detailreiche Bilder zum Leben erweckt, die dauerhaft in Erinnerung bleiben. Bilder der Vergangenheit, wie plötzlich real werdende Schwarzweißfotografien, unterlegt mit Melancholie und Ironie. Die Hauptfigur bleibt durchgehend authentisch, ohne dass die Sprache in Banalität und Versachlichung der Langweilige anheimfällt. Alles fließt, in plastischer Genauigkeit, aber auch intuitiv und schnörkellos. So würde eine depressiver Manager seine Geschichte erzählen. Ein Mann, der sich seiner bodenständigen Vorfahren immer mehr bewusst wird, und dessen Sprache sich dementsprechend wandelt.

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Markus Schneider empfiehlt

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[Blaue Nacht] von Simone Buchholz

Weil sie einen Vorgesetzten der Korruption überführt und einem Gangster die Kronjuwelen weggeschossen hat, ist Staatsanwältin Chastity Riley jetzt Opferschutzbeauftragte und damit offiziell kaltgestellt. Privat gibt es auch keinen Trost: Ihr ehemaliger Lieblingskollege setzt vor lauter Midlife-Crisis zum großen Rachefeldzug an, während ihr treuester Verbündeter bei der Kripo knietief im Liebeskummer versinkt. Da ist es fast ein Glück, dass zu jedem Opfer ein Täter gehört.

Schnoddrig und situationskomisch, dabei rauh und schnell - ein wirklich gelungener Großstadtkrimi mit tollen Figuren und atmosphärischer Stimmung. Die junge Autorin Simone Buchholz hat ein tolles Tempo und einen tollen Ton - der Täuberich freut sich auf mehr.

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Gangsta-Oma] von David Williams

Ben muss jeden Freitag bei seiner Oma verbringen, wenn seine Eltern das Tanzbein schwingen. Bens Oma ist zwar nett, aber sooooooo langweilig! Immer will sie bloß Scrabble spielen und isst den ganzen Tag nichts anderes als Kohlsuppe. Doch eines Tages findet Ben heraus, dass seine Oma ein Geheimnis hat: Sie war früher eine berühmte Juwelendiebin! Und jetzt plant sie ihr größtes Ding: Sie will die Kronjuwelen der englischen Königin stehlen! Ben ist Feuer und Flamme. Was für ein Abenteuer! Von nun an können die Freitage gar nicht schnell genug kommen. Der Autor hat im Laufe der Geschichte einige Überraschungen parat, am Ende sogar eine traurige.

Dieses Buch ist besonders und hat mein Leserherz im Sturm erobert! Eine Geschichte über Vorurteile und Akzeptanz, voller Gefühl und herrlich britischem Witz. Für geübte Leser ab 10 Jahren.

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Ab heute heiße ich Margo] von Cora Stephan

Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin.

Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben.

Die beiden werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur „Kundschafterin des Friedens“ ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi.

Die Geschichte dieser beiden starken Frauen habe ich an einem Nachmittag atemlos auf meiner Couch verschlungen. Ein toller Familienroman frei von jeglichem Kitsch.

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Silja Korn empfiehlt

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[Die Kunst, Champagner zu trinken] von Amelie Nothomb

In diesem Buch scheint Amélie Nothomb über sich selbst zu schreiben: die erfolgreiche Schriftstellerin Amélie liebt Champagner, trinkt aber nicht gerne allein – und findet in der deutlich jüngeren Autorin Pétronille eine Gleichgesinnte. Es entwickelt sich schnell eine intensive Freundschaft mit dem Ziel, die beidseitigen inneren Dämonen durch den Rausch im Zaum zu halten. Sie feiern, als gäbe es kein Morgen. Doch Pétronille scheint sich immer mehr von der Realität zu entfernen, da hilft auch der beste Champagner nichts, und der Absturz ist unweigerlich vorprogrammiert… 

Ein Roman, wie gemacht für einen dekadenten Nachmittag in der Sonne! Herrlich erfrischend, skurril und unmoralisch. Der Schluss kommt unerwartet, aber fulminant. Ich habe mich herrlich amüsiert.

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Markus Schneider, Petra Rupp und Christine Rautenberg empfehlen

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[Der Trick] von Emanuel Bergmann

Kann der 'Große Zabbatini' eine Familie wieder zusammen bringen? Das zumindest wünscht und glaubt der kleine Max Cohn, dessen Eltern kurz vor der Scheidung stehen. Auf einer altern Schallplatte hat der Illusionist einen Zauber für Ewige Liebe aufgesprochen. Dumm nur, dass die Tonspur genau da einen Kratzer hat. Was tun? Ihn suchen. Und so sucht Max den 1939 in Berlin geborenen Zauberer um ih zu befragen.

Mosche Goldenhirsch, unser Zabbatini, führt mittlerweile ein einsames Leben als Rentier in einer runtergekommenen Altenwohnanlage. Und so wie er Max vielleicht helfen kann, so wird vielleicht auch Max ihn wachküssen und zu neuer Lebensfreude verhelfen...

Eine warmherzige Familiengeschichte voll knitzem, jüdischem Humor und unvergesslichen Figuren. Das Leben des jüdischen Mosche, seine "Verwandlung" zum großen Magier Zabbatini, die Wirren des Zweiten Weltkriegs und schliesslich die auf- und abgeklärte Welt des modernen Amerika. Dieser „zauberhafte“ Roman macht Spaß, durch eine lebhafte und humorige Sprache fliegen die Seiten nur so dahin, es ist ein Buch über verlorene und wiedergewonnene Illusionen.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Schmale Pfade] von Alice Greenway

Maine in den Siebzigern: Jim Kennoway hat sich in das Sommerhaus seiner Familie auf die Insel seiner Kindheit zurückgezogen. Nach einer Beinamputation ertränkt der ehemalige Ornithologe seine Tage in Alkohol, Kontakte zur Außenwelt hat er auf das Notwendigste beschränkt. Das unerwartete Auftauchen der jungen Cadillac in seiner selbsterwählten Einsamkeit ist ihm somit alles andere als recht. Cadillac ist die Tochter von Tosca, einem Salomoner, mit dem Jim als Kundschafter im Krieg auf den Pazifikinseln japanische Truppenbewegungen ausgespäht hat. Die ambitionierte junge Frau will Ärztin werden und wird als erste Salomonerin ein Yale Studium antreten. Bis zu dessen Beginn soll Jim sich um Cadillac kümmern und ihr die amerikanische Lebensweise näherbringen. Durch die Anwesenheit von Toscas Tochter brechen alte Wunden wieder auf und verschüttete Erinnerungen drängen an die Oberfläche: Jims Kindheit, seine Arbeit als Ornithologe, seine Liebe zu Helen und vor allem der Krieg im Pazifik mit all seiner Grausamkeit. Und endlich muss sich der alte Mann auch dem düstersten Kapitel seiner Vergangenheit stellen, etwas Unglaublichem, das er im Krieg zusammen mit Tosca getan hat.

Wie bereits in ihrem hochgelobten Debüt „Weiße Geister“ erzählt Alice Greenway atmosphärisch dicht und in einer fast sinnlichen Sprache von einer faszinierenden, fremden Kultur und der Zerstörung, die der Krieg im Leben von Menschen anrichtet. Und feiert dennoch das Leben,
indem sie zeigt, dass es auch in einer unglücklichen Lebensgeschichte, Augenblicke höchsten, intensivsten Glücks geben kann.

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Silja Korn, Christine Rautenberg und Petra Rupp empfehlen

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[Vom Ende der Einsamkeit] von Benedict Wells

Jules und seine Geschwister wachsen zufrieden und behütet auf. Die Eltern kümmern sich um ihre Kinder und pflegen Traditionen.Diese Idylle findet ihr jähes Ende, als die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Von jetzt auf gleich werden die drei Geschwister zu Waisen und auf ein Internat verfrachtet. Ab diesem Zeitpunkt sind die Kinder auf sich selbst angewiesen und müssen selbst mit ihrer Trauer, dem Verlust und den Veränderungen zurechtkommen. Vorher stark mit der Familie verbunden, werden sie zu Einzelgängern. Als Erwachsene treffen sie sich nur noch zu bestimmten Anlässen, die Lebensläufe passen nicht mehr zueinander, es gibt kaum noch Berührungspunkte zwischen ihnen. Jeder lebt in seiner Form der inneren Einsamkeit, die Verlusterfahrung hat sie bis weit ins Erwachsenenleben geprägt. Nach Um- und Irrwegen, am Ende der Einsamkeit, kann dann aber auch wieder eine Verknüpfung der Lebenswege beginnen.

Ein optimistisches, herzerwärmendes Leseerlebnis. Eine Huldigung an die Familie, emotional und sprachlich gut erzählte Geschichte über Verlust und Einsamkeit.

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[Eis] von Ulla-Lena Lundberg

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs tritt der junge Pfarrer Petter Kummel zusammen mit seiner Familie seine Stelle auf den zwischen Schweden und Finnland gelegenen, windumtosten Örarinseln an. Der aufgeschlossene Pfarrer, dem die Menschen wichtiger sind als strenge Regeln und Verbote, gewinnt schnell die Herzen der Inselbewohner, von denen viele noch an uralte Mächte glauben, die schon lange vor dem Christentum existiert haben. Er widmet sich den Sorgen und Nöten der Menschen, die - besonders im Winter, wenn die Inselgruppe von Eis umschlossen ist -  täglich mit einer rauen Natur zu kämpfen haben. Mit seiner tüchtigen Frau Mona und seiner kleinen Tochter Sanna schafft er sich hier in der Einsamkeit der Kirchinsel, weit draußen auf dem Meer, unter härtesten Bedingungen nach und nach ein Zuhause. Doch während die Autorin den Leser noch in Sicherheit wiegt, schlägt das Schicksal mit grausamer Härte zu…

Ulla-Lena Lundberg, eine der bedeutendsten finnlandschwedischen Autorinnen, erhielt für ihren Roman den Finlandia-Preis, die höchste literarische Auszeichnung Finnlands.
Dieser Roman gehört für mich zu den ganz großen, gerade weil er von etwas scheinbar Nebensächlichem erzählt: von dem Glück der kleinen Dinge und seiner Zerbrechlichkeit.

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Ulrike Fischer, Petra Rupp und Markus Schneider empfehlen

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[Der Pfau] von Isabel Bogdan

Lord und Lady McIntosh sind die Besitzer eines großen, etwas in die Jahre gekommenen Herrenhauses in den schottischen Highlands. Da der Unterhalt einiges an Geld verschlingt, werden die umliegenden Cottages regelmäßig an Feriengäste vermietet, die die Ruhe und Abgeschiedenheit der Region schätzen. Die beiden lieben Tiere und außer ihren Hunden gibt es ein paar Pfauen auf dem Anwesen. Jedoch einer dieser Pfauen ist verrückt geworden: er stürzt sich auf alles was blau ist. Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz, die mit einem blauen Auto anreist, und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zu einem Seminar in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands angekündigt haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant.

Warum geht der Lord mit einem Gewehr in den Wald? Warum ist die Bankerin auf ihren Hund so böse? Und welche Geheimnisse hat die gebuchte Köchin?

Ein feiner, kleiner Roman – very british!

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Der Hut des Präsidenten] von Antoine Laurain

Paris 1986: Daniel ist Strohwitwer – seine Frau und sein Sohn sind bei den Schwiegereltern zu Besuch. Er gönnt sich nach Feierabend in einer edlen Brasserie ein gutes Essen. Am Nebentisch verbringt der amtierende Staatspräsident Francois Mitterand einen Abend mit Freunden. Beim Verlassen des Restaurants vergisst dieser seinen Hut. Daniel nimmt den Hut an sich und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf. Der Hut des Präsidenten verleiht ihm ein neues Selbstwertgefühl. Seine Karriere geht voran, er wird befördert. Doch dann vergisst er den Hut des Präsidenten im Zug und dieser bringt den nächsten Besitzern Glück – ein neues Parfüm entsteht und eine Frau schafft es eine langjährige Affäre zu beenden.

Der Leser begleitet die Hauptperson (den Hut von Mitterand) und erhält kurze Einblicke in das Leben von fünf völlig verschiedenen Menschen. Der schwarze Filzhut bleibt der rote Faden in dieser Erzählung, doch bald entstehen auch lockere Verbindungen zwischen den einzelnen Personen. Ob der reiselustige Hut am Ende wieder beim Präsidenten landet, darf jeder selbst herausfinden.

Antoine Laurain ist eine bezaubernde Zeitreise in die 80er Jahre Frankreichs gelungen mit Schirm, Charme und Hut!

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Emmy & Oliver] von Robin Benway

Emmy will endlich selber für ihr Leben verantwortlich sein. Sie will lange mit ihren Freunden ausgehen oder im Meer surfen gehen, ohne sich Gedanken über ihre überängstlichen Eltern im Hintergrund zu machen. Aber Emmys Eltern können sie nicht ziehen lassen - nicht seit dem Tag, an dem Oliver verschwand. Das ändert sich auch nicht, nachdem Oliver 10 Jahre später wieder aufgetaucht ist. Emmy weiß, dass, wenn sich etwas ändern soll, sie es selbst in die Hand nehmen muss.

Oliver dachte 10 Jahre lang, sein Vater wäre der gute Kerl. Er wusste nicht, dass sein Vater ihn als 7-jährgen entführt hat und mit ihm ständig auf der Flucht war. Nun kehrt er mit Herzrasen und wirren Gedankengängen in seine Heimatstadt zurück, um herauszufinden, wer er wirklich ist.

Es ist eine schöne, sensible und  nachdenklich stimmende Geschichte über Beziehungen zu den besten Freunden und zu den Eltern, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Lernen, für sich selbst einzustehen. Durch die liebenswerte und humorige Protagonistin Emmy wirkt auch die Romanze nicht kitschig und übertrieben. Ein lesenswertes Buch nicht nur für Jugendliche und junge Erwachsene.

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Petra Haiges empfiehlt

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[Albertos verlorener Geburtstag] von Diana Rosie

Der 7-jährige Tino ist entsetzt  als er von seinem Großvater Alberto erfährt , dass er seinen  Geburtstag nicht weiß und ihn deshalb noch nie gefeiert hat. Denn Alberto hat als Kind im Spanischen Bürgerkrieg sein Gedächtnis verloren. Also machen sich die Beiden auf eine Reise quer durch Spanien um dort das Waisenhaus und Menschen zu finden die vielleicht mehr über Alberto wissen als er selbst.

Eine wunderbare Großvater-Enkel-Geschichte.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Du hättest es wissen können] von Jean Hanff Korelitz

Grace ist eine erfolgreiche New Yorker Paartherapeutin und glücklich verheiratet mit Jonathan, einem bekannten Onkologen an der pädiatrischen Abteilung des Memorial Hospitals. Sie ist sehr stolz auf die Arbeit ihres Mannes, der täglich aufopfernd um das Leben seiner kleinen Krebspatienten kämpft. Das Paar lebt auf der Eastside Manhattans in einer teuren Wohngegend und ihr Sohn Henry besucht eine renommierte Privatschule. Die Therapeutin steht kurz vor der Veröffentlichung ihres ersten Buches, in dem sie die Theorie vertritt, dass viele Beziehungsprobleme bereits durch eine falsche Partnerwahl vorprogrammiert sind. Und diese falsche Wahl wiederum unserem Unwillen geschuldet ist, die Persönlichkeit des Partner so zu sehen, wie sie wirklich ist. Das Medieninteresse an ihrem Buch ist groß und Grace kann sich vor Anfragen zu Interviews und Fernsehauftritten kaum retten.
Doch dann wird die Mutter eines Schülers aus Henrys Schule ermordet aufgefunden und die Polizei stellt Grace, obwohl sie die Tote kaum kannte, verwirrende Fragen. Und Jonathan ist nicht auf einem Ärztekongress, wie sie glaubte, und telefonisch nicht zu erreichen…

Jean Hanff Korelitz schildert uns in ihrem Roman die fesselnde Geschichte einer Frau, deren Leben in seinen Grundfesten erschüttert wird. Und die, am Ende aller Gewissheiten beraubt, doch die Kraft aufbringt, sich der Wahrheit zu stellen.
Entgegen dem etwas holprigen Titel handelt es sich um einen intelligenten Gesellschaftsroman - eine scharfsinnige Studie der besseren amerikanischen Kreise - und um einen psychologischen, packenden Spannungsroman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

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Christine Rautenberg empfiehlt

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[Der goldene Sohn] von Shilpi Somaya Gowda

Zwischen zwei Welten – ist die Freiheit wichtiger als die Familie? Anil wächst wohlbehütet im Kreis einer großen Familie in einem indischen Dorf auf. Als ältester Sohn soll er später die Rolle des Familienoberhaupts und Schiedsmanns einnehmen und Streitigkeiten in der Dorfgemeinschaft schlichten. Leena ist seine beste Freundin. Ein mutiges Mädchen und draufgängerischer Wildfang, das seine Familie und die freie Natur über alles liebt. In ihrer Kindheit sind Anil und Leena ein unzertrennliches Gespann, doch dann führen ihre Wege in verschiedene Richtungen. Anil verlässt das Dorf, um Medizin zu studieren und in den USA als Arzt zu arbeiten. Er genießt sein neues Leben dort und verliebt sich Hals über Kopf in eine Amerikanerin. Leena bleibt in Indien, heiratet und zieht zu der Familie ihres Mannes. Anils Leben gerät aus den Fugen: Ihm unterläuft ein schwerer medizinischer Fehler, seine Beziehung zerbricht und er stürzt in eine Krise. Bei einem Besuch in seiner Heimat trifft er Leena wieder, die Frau, die ihn besser kennt als jeder andere. Aber zwischen ihnen steht eine Entscheidung, die Jahre zuvor getroffen wurde.

Eine mitreißende, bewegende Geschichte, die uns nur so durch die Härten des indischen Alltags fliegen lässt, packend, wie der goldene Sohn Anil auch in Amerika sich vielen Herausforderungen stellen muss. Zugegeben, manchmal etwas klischeehaft, aber niemals kitschig liest sich der atmosphärische Schmöker sehr spannend, in einem flüssigen, lebendigen Schreibstil. Es geht um Unabhängigkeit und Mut, um Trauer und Liebe.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Bora - eine Geschichte vom Wind] von Ruth Cerha

Es weht die Bora auf einer kleinen, namenlosen kroatischen Insel, der kalte böige Fallwind, der „die Boote über das Meer treibt wie Nussschalen“ und Unruhe in das sonnensatte Inselleben bringt. Die Schriftstellerin Mara verbringt schon seit Jahren den Sommer auf dieser Insel, doch dieser ist anders: seit kurzem vom langjährigen Freund getrennt und mit einer Schreibblockade geschlagen, und dann kommt auch noch Andrej auf die Insel – ein Fotograf, der nicht mehr fotografieren will, in den sechziger Jahren als Kind kroatischer Auswanderer in New Jersey geboren wurde, dort aber nie wirklich heimisch geworden ist. Andrejs Familiengeschichte wird für Mara beinahe zur Obsession. Alles will sie wissen. Als dessen Mutter auf der Insel eintrifft, fragt sie auch diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach ihren Erlebnissen in den USA, nach den Gründen für die Auswanderung, dem Heimweh. Eine Familiengeschichte, die von Entwurzelung und der Vermischung von Kulturen erzählt und mit der Geschichte der Insel verknüpft ist. Schließlich beginnt Mara zu schreiben …

Das Besondere an dem Roman ist, dass die Handlung aus Sicht der beiden Protagonisten erzählt wird, dieser Perspektivenwechsel schafft ein komplexes Bild, und so ist eine charmante Inselgeschichte entstanden, die abgründiger ist als auf den ersten Blick zu vermuten. Eine gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Familiengeschichte, historischer Handlung und der Macht des Windes.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Engel sterben an unseren Wunden] von Yasmina Khadra

Algerien, 1937. Turambo sitzt im Gefängnis und wartet. Im Morgengrauen wird der Wärter ihm die letzte Mahlzeit bringen, die letzte Zigarette. Turambo versucht, ruhig zu bleiben, nachzudenken. Er ist 27 Jahre alt. Was ist aus ihm geworden? Er erinnert sich an seine Kindheit, an Hunger und Armut. An seine unbändige Sehnsucht, aufzusteigen und in Freiheit und Würde zu leben,  wie die französischen Kolonialherren. Er denkt an seinen Freund Gino, der ihn auf dem Weg aus der Gosse zum gefeierten Boxchampion begleitete. An Irène, die Liebe seines Lebens, für die er seine Karriere opferte und zum Verbrecher wurde. Es ist die tragische Geschichte eines jungen Mannes, der von einem besseren Leben träumt - und scheitert.

Der unter einem Künstlernamen schreibende, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete  französische Schriftsteller ist einer der bekanntesten und wichtigsten literarischen Stimmen der arabischen Welt und in seinem neuen Buch gewährt er wieder mal in atmosphärisch dichten Szenen Einblick in ein zerrissenes Land, in dem Korruption und unüberwindbare soziale Gegensätze den Nährboden für Angst und Terror bereiten. Ein gut lesbares, fulminantes und eindrucksvolles Buch über Willkür und Schicksal.

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Petra Rupp empfiehlt

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[Gestirne] von Eleanor Catton

Neuseeland 1866: Ein junger Schotte erreicht nach einer stürmischen Überfahrt das Goldgräber Städtchen Hokitika an der Westküste. In seinem Hotel trifft er auf eine Versammlung von zwölf
Männern unterschiedlichster Herkunft, die über eine Serie mysteriöser Verbrechen beraten. Nach dem Tod eines Säufers wurde in dessen Hütte ein Goldschatz entdeckt, den seine plötzlich
aufgetauchte Witwe für sich beansprucht. Ein reicher Goldgräber ist spurlos verschwunden, eine allseits begehrte Prostituierte wurde halbtot auf der Straße gefunden. Jeder der zwölf Männer erzählt seinen Kenntnisstand zu den Vorgängen und ganz langsam setzt sich aus vielen kleinen Puzzlesteinen ein Gesamtbild zusammen – um gleich darauf wieder verworfen zu werden. Denn nichts ist, wie es scheint, in Eleanor Cattons Roman. Menschen, die sich dem Leser zuerst sympathisch präsentieren, zeigen unerwartet ihre negativen Seiten, während augenscheinliche Fieslinge vielleicht doch nicht so böse sind, wie es zuerst den Anschein hatte…

Eleanor Catton hat für ihren über tausend Seiten starken Roman 2013 als jüngste Autorin aller Zeiten den Booker Preis erhalten. Detailgetreu entwirft sie die Charaktere ihrer Protagonisten und führt den Leser in einer Sprache, die an die großen Romane des 19. Jahrhunderts erinnert, in Anlehnung an die Astrologie in Zyklen durch die Handlung. Historischer Roman, Kriminalfall, Abenteuer- und Liebesgeschichte, Verschwörungsbuch, wie auch immer man Eleanor Cattons Werk nennen möchte, es ist ein fesselndes Verwirrspiel, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann schlägt.

 

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Käts Lunchbox] von Katarina Dimitriades

Viele nehmen jeden Tag mindestens eine Mahlzeit außer Haus ein und nicht selten greift man auf dem Weg zur U-Bahn oder in der Mittagspause zu schnellen, teuren und meist ungesunden Fertigmahlzeiten, die einem schwer im Magen liegen und auch noch ein schlechtes Gewissen machen. Wer genug hat vom täglichen Einheitsbrei findet in Käts Lunchbox viele tolle neue Ideen für die Mittagspause oder den Snack zwischendurch. Die Rezepte sind meist vegetarisch, kostengünstig und schnell zubereitet.

Katerina Dimitriadis hat zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ein kleines Restaurant geführt. Inzwischen gibt sie Kochkurse und veranstaltet Koch-Events. Tolles Buch gegen die Langeweile in der Brotdose und für die Abwechslung to go!

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Ulrike Fischer, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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"Der tote am Gletscher" von Lenz Koppelstetter

Kurz vor Weihnachten wird im Schnalstal in Südtirol ganz in der Nähe der Ötzifundstelle eine Leiche gefunden - ein Einsiedler ermordet mit einer wahrlichen historischen Pfeilspitze. ohann Grauner, Viechbauer, der gerne seine Kühe zur Musik Mahlers melkt, erfahrener Ermittler und sein Kollege Claudio Saltapepe, aus Neapel stammend mit Mafiaerfahrung, der  Schnee und Berge überflüssig findet machen sich daran diesen Fall zu lösen. Ein herrlich ungleiches Paar, dass Lenz Koppelstätter in diesem Krimi auf Ermittlungstour schickt. Dorfintrigen, moderne Grabräuber und noch einiges mehr bescheren den beiden einiges an Kopfzerbrechen.

Ein Weihnachtskrimi im Herbst  geht das das? Eindeutig ja! Der Tote am Gletscher ist ein richtig guter Krimi mit Südtirolflair und spannend bis zum Ende.

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Claudia Wernng, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Ein untadeliger Mann] von Jane Gardam

Edward Feathers, genannt Old Filth, scheint ohne Fehl und Tadel - seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als glänzender Kronanwalt in Hongkong.
Jetzt ist er alt, wieder zurück in England und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen. Wie gewohnt bewahrt er auch hier zunächst die Contenance- bis etwas in ihm aufbricht und er an einem Wintermorgen in sein Auto steigt, um sein eigenes Leben zu erkunden.
 Als Leser erfahren wir nach und nach seine erstaunliche Geschichte: angefangen von der glücklichen Kindheit in Malaysia, die bei einer sadistischen Pflegemutter in Wales ein abruptes Ende findet über seinen Aufenthalt in einem Internat, wo er eine Ersatzfamilie findet bis hin zu seinen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg, den er nur knapp überlebt. Schon bald nach dessen Ende startet er eine große Karriere als Bauanwalt in Hongkong -  doch das äußerlich so reiche Leben bleibt innerlich oft arm.

Nicht ohne Ironie erzählt Gardam die Geschichte eines bewegenden Lebens vor dem Hintergrund des untergehenden British Empires. Angelsächsischen Lesern längst vertraut, gilt es die Autorin hier erst neu zu entdecken.

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Markus Schneider, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Clique] von Mary McCarthy

Die Clique besteht aus acht bestens ausgebildeten jungen Frauen, die sich nach Abschluss ihres Studiums am vornehmen Vassar-College hoffnungsfroh ins Leben stürzen, um ihre Träume zu verwirklichen. Begabt, leidenschaftlich und lebenshungrig sind sie alle, doch ihre Lebenswege sind ganz unterschiedlich. Auf der Suche nach sich selbst, nach Abenteuer, Sex und der großen Liebe durchleben Lakey, Libby, Kay & Co Krisen und Konflikte. Sie üben den Spagat zwischen Kindern und Karriere und kämpfen um Freiheit und Eigenständigkeit.

Mary McCarthy wurde 1951 geboren und hat mit diesem schillernden Roman aus dem New York der 30er Jahre nicht nur ein Zeitzeugnis geschaffen sondern auch einen feingeschliffenen Unterhaltungsroman, dessen Lektüre damals wie heute ein großes Vergnügen ist.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Miles & Niles] von Jory John und Mac Barnett

Yawnee ist ein Kaff – das allerletzte. Wenn man alle dort lebenden Kühe übereinanderstapeln würde, reichte der Stapel bis zum Mond und wieder zurück. Kein Wunder also, dass Miles Murphy alles andere als begeistert ist, dorthin ziehen zu müssen. Zumal Miles an seiner alten Schule wegen seiner Streiche und seines Unfugs als bester Trickser aller Zeiten galt.

 Für ihn ist es klar wie Kloßbrühe, dass er diese Rolle auch in Yawnee Valley einnehmen wird. Dumm nur, dass ausgerechnet der vermeintlich so unscheinbare Niles ihm einen dicken Strich durch die Rechnung macht…

Brüllend komische, im wahrsten Sinn des Wortes ku(h)riose Lektüre  nicht nur für Jungen ab 10 Jahren.

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[Heute zweimal ins Polarmeer gefallen] von Sir Arthur Conan Doyle

Als junger Mann geht Arthur Conan Doyle, bekannt als Erfinder der weltberühmten Figur des Detektivs Sherlock Holmes, auf eine abenteuerliche Reise.

Der junge Doyle befindet sich gerade mitten in den Vorbereitung auf Zwischenklausuren seines Medizinstudiums, als sich ihm die Möglichkeit bietet einige Monate als Schiffsarzt auf einem Walfänger anzuheuern. Vom Studium gelangweilt entschließt er sich, diese Chance auf Abwechslung zu nutzen und reißt kurzerhand nach Nordschottland. Diese Reise wird ein prägendes Erlebnis für ihn. Die raubeinigen, aber überraschend belesenen Crewmitglieder, verrichten ein blutiges Handwerk. Und zwischen Eis und Wellen entdeckt Doyle neue Seiten an sich selbst.

Die Tagebücher Doyles, vom Mare-Verlag liebevoll ausgestattet und in Leinen gebunden, sind ein spannendes Stück lebendige Geschichte. In den täglichen Einträgen lässt Doyle bereits sein literarisches Talent durchblicken. Mit einem vorurteilsfreien Blick auf eine Wirtschaftsbranche, die zu dieser Zeit einen unverzichtbaren Beitrag geleistet hat, zeigt Doyle, dass während der täglichen blutigen Routine der Walfänger, Kameradschaft und Freundschaft unverzichtbaren waren. Er lernt Respekt vor der harten Arbeit dieser Männer und erlebt eine Katharsis, die in als neuen Menschen an die Universität zurückkehren lässt.

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Claudia Werning empfiehlt

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[Wir und unsere Geschichte] von Yvan Pommaux

Geschichte ist langweilig und trocken? Dass man die Entwicklung der Menschheit auch ganz ohne die Aufzählung von Schlachten und Herrschern vermitteln kann – dafür liefert dieses prächtige (Bilder)Buch den Beweis. Es erzählt ganz bewusst aus der Wir-Perspektive, wie wir die Welt bevölkerten und anfingen, erst Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben, um dann Siedlungen und Städte zu gründen. Die Erfindung der Schrift sowie die Entstehung unterschiedlicher Religionen werden ebenso anschaulich erklärt wie das Aufkommen der schönen Künste. Dass der Leser darüber hinaus erfährt, was zur selben Zeit an unterschiedlichen Orten passiert, ist ein weiteres Verdienst von Autor und Illustrator. Nachdenklich stimmt die Frage, ob wir aus all dem etwas gelernt haben, ob der Fortschrittsglaube uns weiterbringt und welche Ereignisse unsere Zeit in den Augen künftiger Historiker kennzeichnen werden.

Großartig! Besser kann man das Interesse an Geschichte nicht wecken. Gedacht für junge Leser ab neun Jahren können aber auch wir Erwachsene noch jede Menge lernen.

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[Der lange Atem dem Vergangengeit] von Val McDermid

Ein Angestellter einer Abrissfirma in Edinburgh findet auf dem Dach eines baufälligen Internats ein Skelett. Eine auf den Balkan spezialisierte Professorin in Oxford  leidet seit sieben Jahren unter dem Verschwinden ihrer großen Liebe. Zwei  Anwälte in London - angestellt beim Internationalen Straf-gericht für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag - werden von ihrem neuen Chef auf eine mysteriöse Mordserie an mutmaßlichen Kriegsverbrechern angesetzt.
Detective Chief Inspector Karen Pirie, die den rätselhaften Skelettfund zu untersuchen hat, stößt bei ihren Nachforschungen bald auf Zusammenhänge. Ist der verschwundene Geliebte der Oxforder Professorin, ein ehemaliger kroatischer General, für die Morde verantwortlich? Die Spur führt die Kommissarin weit zurück in die Vergangenheit, in die Zeit der Balkankriege in den Neunziger Jahren. Also macht sie sich auf den Weg nach Kroatien und findet dort Furchtbares heraus…

Val McDermid bietet in ihrem neuen Kriminalroman einen Einblick in die tiefen  Abgründe der neueren europäischen Geschichte. Sie führt den Leser in ein Geflecht aus Schuld und Sühne, Hass und Rache. Und lässt ihre Kommissarin schmerzlich erfahren, wozu Menschen, angesichts eines vernichtenden Verlusts, fähig sind.

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Simon Fortenbacher empfiehlt

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[Das Haupt der Welt] von Rebecca Gable

Rebecca Gablé schickt uns ins Hochmittelalter, genauer ins Ostfränkischereich. Kronprinz Otto und sein Vater Heinrich führen einen Eroberungsfeldzug gegen die slawischen Ostvölker. Bei der Belagerung der Brandenburg besiegen sie einen der wichtigsten Stämme. Der junge Tugomir, ein slawischer Prinz und Priester wird Geisel der Franken. Seine Schwester Dragomira Ottos Geliebte. Tugomirs Hass auf die Franken, die ihre Eroberungen mit brutaler Härte führen, scheint unstillbar. Doch bald schon erkennt er, dass auch Franken Menschen sind und wird zu einem Vertrauten Ottos und seiner Familie.

Hass, Freundschaft, Glaube, Intrigen. Dieser Roman stellt große Fragen, ohne dabei seinen Unterhaltungswert zu verlieren. Abwechslungsreich führt uns Rebecca Gablé in einer interessante Epoche, die als Ideal des Mittelalters gilt. Sie entschleiert teilweise die Klischees und zeigt, dass die Gefühle und Gedanken der Menschen von damals, sich nicht so groß unterscheiden, von unseren eigenen. Den Figuren verleiht sie so eine authentische Tiefe, was dazu führt, dass wir gespannt den Geschehnissen folgen.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Scherben der Wahrheit] von Mark Billingham

In einer regnerischen Nacht kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Mehrere Menschen werden verletzt, für Paul Hopwood kommt jede Hilfe zu spät. Die Polizei glaubt, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs in diesem Teil Londons keine Seltenheit ist. Pauls hochschwangere Frau Helen aber will nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Als sie unbekannte Nummern auf Pauls Handy entdeckt, erhärtet sich ihr Verdacht. Helen begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, auf der Suche nach der Antwort auf eine fürchterliche Frage: Wer war der Mann wirklich, dessen Kind sie unter dem Herzen trägt?

Dies ist ein packender und wendungsreicher Roman, eigentlich ein Thriller, da die komplexe und düstere Geschichte mit  viel Spannung und Action perfekt inszeniert wurde. Krimikost vom Feinsten mit einem psychologisch raffinierten Plot.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Madame Rosella und die Liebe] von Tuna Kiremitci

Einfach nur reden, Woche für Woche - das ist es, wofür die exzentrische Rosella Galante die junge Türkin Pelin anstellt.  Die 88jährige Jüdin musste im Krieg aus Berlin nach Istanbul zur Verwandschaft ihres Mannes flüchten und hat nun in Frankreich eine neue Heimat gefunden. Ohne solche Gespräche - so befürchtet die alte Dame - könnten nicht nur ihre Türkischkentnisse, sondern auch ihre Erinnerungen entschwinden.
Und so plaudert Rosella allwöchentlich mit der jungen Studentin über die Vergangenheit, geplatzte Träume und Liebschaften, ja sogar über Sex. Und weist so ganz nebenbei der anfangs verschüchterten und von Selbstzweifeln geplagten Pelin den Weg.

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Frauen, humorvoll, witzig und anrührend erzählt.

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Ulrike Fischer, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Halbe Helden] von Erin J. Lange

Wenn Danes Hände jucken dann schlägt er zu und diese jucken ziemlich häufig. Aus diesem Grund ist er Dauergast beim Disziplinarrat seiner Schule und so kommt er zu Billy D.Der Junge mit Downsyndrom bräuchte eigentlich keinen Aufpasser, aber Billy scheint Dane irgendwie cool zu finden, er möchte von ihm Kämpfen lernen. Beide haben eine Gemeinsamkeit: sie wachsen ohne Vater auf. So soll Dane ihm dabei helfen die Rätsel zu lösen, die zu Billys Vater führen.

Danes Verwandlung mitzuerleben ist interessant. Die Art wie er mit Billy umgeht, und wie er mit denen umgeht die Billy in seinen Augen "falsch" behandeln ist sehr berührend. Und Billy neigt dazu alles wörtlich zu nehmen, wodurch er sich und Dane gerne mal in Schwierigkeiten bringt. Aus dem "Aufpasserjob" entwickelt sich eine tiefe Freundschaft die Danes Welt ziemlich auf den Kopf stellt.

Halbe Helden ist witzig, dramatisch und mit garantiertem Lesesog.

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Ulrike Fischer empfiehlt

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[Der Blogger] von Patrick Brosi

Studium und Beziehung sind grandios gescheitert - da erhält die angehende junge Journalistin Marie Sommer von ihrem Chefredakteur einer Berliner Onlinezeitung ein verführerisches Angebot: Sie soll sich im beschaulichen Schwarzwald auf die Suche nach einem untergetauchten Enthüllungsblogger, der die Pharmaindustrie mit seinen Enthüllungen mächtig ins Schwitzen gebracht hat, machen. Von solch einer Karriere träumt Marie ebenfalls heimlich. Das klingt recht banal, jedoch der Autor hat seinen Krimi sehr vielschichtig angelegt. Marie versucht dem Blogger näher zu kommen, ein Ruderer verschwindet, eine Hauptfigur löst sich in Kanistern mit Kalilauge auf und ein Polizist versucht Licht in dieses Dunkel zu bringen. Der Leser ist dabei dem Geschehen schon immer einen Schritt voraus.

 

Patrick Brosi, der in Backnang geboren ist, hat hier einen tollen Erstling geschrieben. Das Buch lässt sich als Wirtschaftskrimi, als Enthüllungsroman, jedoch auch als klassischer Krimi lesen.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Sommer unter schwarzen Flügeln] von Peer Martin, für Leser ab 16 Jahren

Nuri kommt aus Syrien und lebt in einem Asylbewerberheim. Calvin wohnt nur wenige Häuser weiter und ist Mitglied einer rechten Jugendgang.  Als sie sich kennenlernen, erzählt Nuri ihm von ihrem Heimatdorf am Rand der Wüste und von dessen Schönheit. Doch dann kamen die Schwingen des Bösen und legten sich über das ganze Land. Sie gibt einen schonungslosen Einblick in ihr früheres Leben in Syrien, den schleichenden Vorgang der Revolution und das herrschende Kriegsgeschehen. Angst und Gewalt haben ihren Alltag beherrscht und sie geprägt.  Je mehr Calvin über das Mädchen mit den dunklen Augen erfährt, desto mehr verliebt er sich in sie. Calvin stammt aus prekären Verhältnissen und seine Wut und Aggressivität gegen Ausländer ist fast durch seine erfahrenen Nachteile des Lebens und seinen Frust wegen mangelnder Zukunftsperspektive verständlich. Doch durch die unerklärliche Freundschaft mit Nuri  möchte er seine Gang verlassen – doch so einfach entkommt er seinen alten Freunden nicht. 

Peer Martin setzt sich mit zwei brandaktuellen Themen auseinander. Mit seinem intensiven und bildhaften Schreibstil hat er ein eindringliches und oftmals sehr erschreckendes Buch geschrieben, das sehr nachdenklich stimmt. Aber es ist eben auch eine Liebesgeschichte inmitten all der sozialen Konflikte.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Himmel ohne Sterne] von Rainer M. Schröder

Heimatlos und doch voller Hoffnung.Alija Bet – das ist der Codename für die illegale Einwanderung in das britische Mandatsgebiet Palästina. Und es ist der Hoffnungsschimmer am Horizont für Leah und Jannek – die beide als einzige ihrer Familien die KZs überlebt haben und nun 1946 traumatisiert als lebende Tote durch das zerbombte München ziehen. Sie hören von der gefahrvollen und teuren Überfahrt auf überfüllten Schrottdampfern, den vielen ertrunkenen oder in Internierungslagern der Briten inhaftierten Flüchtlingen, den Kämpfen mit den arabischen Einwohnern vor Ort. Aber sie haben keine Alternative. Und so machen sich die beiden als illegale Flüchtlinge auf den Weg über das Mittelmeer – mit der Hoffnung auf eine neue Heimat.

Rainer M. Schröder begeistert seit vielen Jahren mit sehr gut recherchierten und spannenden historischen Jugendromanen. In seinem neuen Buch verarbeitet er in einem erschreckend authentischen, schonungslosen Schreibstil eine zutiefst düstere Geschichte über die schweren Schicksale der Juden während, aber besonders auch nach dem zweiten Weltkrieg auf der Suche nach neuer Identität und Heimat. Unwahrscheinlich berührend und tiefgehend! Der Verlag gibt das Lesealter zwar offiziell ab 12 Jahren an, aber die Jugendlichen müssen bei der „schweren“, gut 500 Seiten umfassenden Lektüre schon sehr lesebegeistert sein. Ich würde das Buch erst ab 14 Jahren empfehlen, dafür aber auch für jeden an dem Thema interessierten Erwachsenen!

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Wenn das Leben Dich nervt, streu Glitzer drauf] von Mara Andeck

Tess, 14 Jahre alt, ist Einzelkind – und sie ist es gerne.  Und eigentlich möchte sie  mit ihrer besten Freundin nach Spanien in die Sonne fliegen und sich entspannen, aber ihre Eltern haben ganz andere Pläne für die Sommerferien. Sie wollen umziehen und zwar in ein Mehr-Generationen-Haus mit Großvater und der Großfamilie der Tante. Außerdem erhält Opa einen Anruf von einem finnischen Freund. Die Enkeltochter Mia muss dringend Abstand von ihrer Familie haben und bekommt kurzerhand das zweite kleine Zimmer von Tess zugewiesen. Das klingt turbulent? Ist es auch. Und die Verwirrung ist komplett, als sich Mia als hübscher blauäugiger Mika herausstellt. Aber Tess wäre nicht Tess, wenn sie das nicht auch noch meistern könnte.

Herrlich leicht und lustig. Ein liebenswerter, witziger Roman für Mädchen ab 12 Jahren.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Puppenspieler von Flore] von Lilli Thal

Eigentlich hatten sie sich auf eine große Feier gefreut - stattdessen werden zwanzig Jugendliche, darunter auch der 16jährige Tomaso, am letzten Schultag vom coronischen Geheimdienst entführt und in ein Wüstencamp gebracht. Dort werden sie für ihren künftigen Einsatz gedrillt: Sie sollen in Flore, Coronas Erzfeind und gefährlichste Militärdiktatur der Welt, spionieren.
Tomaso wird als Mechaniker in das Haus des mächtigen Marschalls Utuk eingeschleust. Der Palast erweist sich als ein Ort des Schreckens. Während im zweiten Stock Puppenspieler ein neues Theaterstück einstudieren, wird im Keller brutal gemordet und gefoltert.
Verrat, Intrigen und doppeltes Spiel lassen die Mission für die Jugendlichen zu einem Tanz auf dem Vulkan werden, den nicht alle überleben.

Anspruchsvolle Lektüre für lesebegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren, in der es um Mut, Loyalität und Gewissen geht. Sie kommt zwar nur langsam in Fahrt,
entwickelt dann aber eine Sogwirkung,
der man sich auch als Erwachsener nicht entziehen kann und die lange nachhallt.

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Simon Fortenbacher, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Alle Farben Rot] von Laksmi Pamuntjak

In einem Krankhaus in Jakarta geschieht Merkwürdiges. Zwei Frauen werden eingeliefert, beide durch Messerstiche schwer verletzt.Opfer und Täterin auf der gleichen Station? Der behandelnde Arzt glaubt trotzdem, alles im Griff zu haben. Aber dann taucht ein weiterer Unbekannter auf. Ein junger melancholischer Mann, der einen mysteriösen Bezug zum Opfer zu haben scheint. Nur mit ihm möchte sie sprechen, und nur ihn scheint sie wahrzunehmen. Sie erzählt ihm ihre Geschichte, die uns in die politischen Wirren der indonesischen Geschichte führt. Seit Jahrzehnten sucht sie schon ihren Mann, einen Kommunisten, der während der Diktatur verfolgt wurde.

Laksmi Pamuntjak gehört zu den starken weiblichen Autorinnen, welche die indonesische Literatur gegenwärtig prägen. In „Alle Farben Rot“ führt sie den Leser in die vielfälige indonesische Kulturwelt. Hier werden Mythen lebendig. Und auch wenn über allem die Trauer über den Verlust so vieler Leben während der Diktatur hängt, scheint es in allen Sätzen und Szenen so etwas wie Hoffnung auf die unsterbliche Liebe zu geben, welche die Hauptfigur antreibt. 

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Markus Schneider, Buchhandlung Taube empfiehlt

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[Horrorstör] von Grady Hendrix

Im Einrichtungshaus ist die Hölle los - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Basile, Amy und Ruth Anne durchwachen die dunkle Nacht bei ORSK dem "Ikea" von Cleveland. Das ist nötig geworden weil morgens der Möbelladen verwüstet ist, Bluspuren zu sehen sind und auch sonst nicht alles ganz hasenrein scheint. Offensichtlich wird da randaliert... Aber was wirklich dahinter steckt ahnen die drei erst, als der Laden um 2 Uhr zum Leben erwacht.

Das Buch sieht nicht nur aus wie ein klassischer Ikea-Katalog, es ist auch innen ähnlich gestaltet - ein großartiger Marketing-Gag. Ein astreiner Horrorroman im Stil von "Poltergeist", haarsträubend und sehr, sehr spannend. Mal sehen wie Ihr nächster Besuch bei Ikea endet...

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki] von Haruki Murakami

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich - auch im übertragenen Sinne - als farblos. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt - und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

Ein Roman voller Ruhe und Spannung, eine Geschichte um Leere, Farben, Verlust und Selbstfindung. Diese Pilgerjahre sind eine durch und durch poetische Reise voller Gefühl und Melancholie.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Herzsammler] von Stefan Ahnhem

Zuerst beauftragt man Fabian Risk, Mordermittler in Stockholm, diskrete Nachforschungen zum Verschwinden des schwedischen Justizministers anzustellen. Als dann aber die brutal zugerichtete Leiche des Ministers  gefunden wird, ermittelt Risk offiziell in dem Mordfall. Doch es bleibt nicht bei einem Toten und bald wird ein Serientäter verhaftet. Doch Risk glaubt nicht an die Lösung des Falls…Zeitgleich ermittelt die Kripo in Kopenhagen wegen bestialischer Frauenmorde und fast zu spät laufen die Ermittlungen zusammen.

Es geht in diesem spannenden Krimi nicht nur um grauenhafte Morde und deren Motivation, sondern auch um das Privatleben der zuständigen Ermittler und dadurch ist die Handlung sehr vielschichtig und temporeich. Es ist zwar der zweite Band der Fabian-Risk-Serie, erzählt aber die Vorgeschichte zu „Und morgen du“. 

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Silja Korn, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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"Das Mädchen das eückwärts ging" von Kate Hamer

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht ihre Mutter Beth schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Seit kurzem alleinerziehend, ist sie orientierungslos und psychisch labil. Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise. Spannend bis zur letzten Zeile erzählen Beth und Carmel im Wechsel diese zutiefst bewegende Geschichte über eine Mutter und ihr verloren gegangenes Kind.
 
Selten hat mich ein Buch so sehr in seinen Bann gezogen. Es ist Thriller und Familienroman zugleich. Die Autorin hat eine unglaublich eindringliche und bildhafte Sprache, die Atmosphäre ist ebenso schön wie unheilvoll.
Dieses Buch ist mir lange nachgegangen, nicht zuletzt wegen Sätzen wie diesen:
"Niemand sagt einem, wie es ist, ein Kind zu haben. Niemand sagt einem, dass es nichts als Sorgen, Sorgen, Sorgen bedeutet. Welt ohne Ende. Dass sie unser Schicksal, unser Überleben in den Händen halten, während wir vorher frei waren – frei, ohne es zu wissen. Dass es einen zerstört, wenn ihnen etwas zustößt, und man dieses Wissen ständig mit sich herumträgt.“
- und ich wünsche ihm viele Leser!

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Silja korn, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Zwölf Mal Juli] von Astrid Rosenfeld

Jakob hat Juli Knall auf Fall verlassen. Seither steht Julis Welt Kopf - da kündigt sich Jakob plötzlich an. Er will sie wiedersehen. Juli bleiben 12 Tage Zeit bis zu der bevorstehenden Begegnung mit dem Mann, der ihr das Herz gebrochen hat. Sie trifft auf 12 skurrile Personen und lernt, wie man weiterlebt und weiterträumt, nachdem große Träume geplatzt sind - und nähert sich der Beantwortung der Frage, ob sie Jakob wiedersehen will.

Ich empfehle dieses Buch gerne, weil es einzigartig, sehr fantasievoll und auch ein bisschen seltsam ist.
Besonders faszinierend finde ich, wie die Autorin "unnützes", aber ungeheuer interessantes Wissen in die Geschichte streut. Können Hummeln rückwärts fliegen? Wie viele Herzen haben Tiefseekraken? Es ist eher ein "leises" Buch für Menschen, die gerne ganz genau lesen - denn so viele kluge Sätze finden sich in dieser Geschichte.

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Petra Haiges, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Der Totenzeichner] von Veit Etzold

Ein Leichenfund mit eingeritzten mysteriösen Zeichengibt der Berliner Polizei, insbesondere Clara Vitales Rätsel auf.
Könnte es sich vielleicht um einen Kult handeln? Vor 10 Jahren traten in den USA schon einmal ähnliche Fälle auf…

Ein packender ,spannender und blutiger Thriller der nichts für schwache Nerven ist, da die Morde zum Teil sehr detailliert und blutrünstig beschrieben werden. 

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Simon Fortenbacher, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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"Euphoria" von Lily King

Der Roman führt uns in die Anfangsjahre der Anthropologie und tief in den Urwald Papua Neugineas. Hier suchen drei Forscher nach den Geheimnissen der menschlichen Natur. Was sie aber finden, ist die Erkenntnis, das Neugier, Liebe und Eifersucht universell und tödlich sein können.

"Euphoria" ist eine rauschhaftes Erlebnis, ein farbenprächtiges Mosaik aus sämtlichen Regungen der menschliche Psyche. Und natürlich ein spannender Roman, der Einblicke in eine Wissenschaft gewährt, die bis heute das immer noch rätselhafte Mysterium Mensch zu ergründen versucht.

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Ulrike Fischer, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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"Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann

Der Roman nimmt seine Anfang im Frühjahr 1945: Walter Urban und Friedrich Caroli genannt "Fiete" arbeiten als Melker auf einem großen Bauernhof in Norddeutschland. Bei einem als geschickt getarnten Dorffest der Waffen SS werden beide zwangsrekrutiert. Nach einer stark verkürzten Grundausbildung geht es für die beiden jungen Männer Richtung Ungarn. Walter hat Glück und wird als Fahrer eingesetzt. Fiete sein Freund wird an die Front geschickt. Fiete wird gleich zu Anfang verletzt und kommt ins Lazarett. Er desertiert, wird gefasst und zum Tode verurteilt. Walter setzt sich für seinen Freund ein und trifft auf einen unerbittlichen Vorgesetzten. Er ist am nächsten Tag Teil des Exekutionskommandos. Um es mit den Worten von Fiete zu sagen: Die Schuld wird sich fortsetzen, auch in die Generationen der noch ungeborenen Kinder.

 

Ralf Rothmann lässt dem Leser keine Atempausen, er geht bis an die Grenzen des Erträglichen. Das ist ein Buch das mir lange im Gedächtnis bleiben wird und dem ich viele Leser wünsche.

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Ulrike Fischer, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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"Baba Dunjas letzte Liebe" von Alina Bronsky

Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Zusammen mit anderen etwas leicht verschrobenen Typen wohnt sie in ihrem alten Dorf, in der Todeszone, in die sich keiner freiwillig begibt. Hier weben die Spinnen verrückte Netze und manchmal kommt ein Toter auf einen Schwatz vorbei.

Baba Dunja früher Krankenschwester, schreibt fleissig Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist, Wasser gibt es aus dem Brunnen, Gemüse aus dem Garten und an guten Tagen auch Elektrizität. Da gibt es den sterbenskranken Petrov der Liebesgedichte in der Hängematte liest, die schachspielenden Gavrilovs und den fasst 100jährigen Sidorow auf Freiersfüßen. Diese wohl  austarierte Gemeinschaft wird eines Tages von Fremden gestört, danach ist nichts mehr wie es vorher war.

 

Alina Bronsky erzählt die Geschichte sehr ruhig, poetisch und anrührend. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen - ein feines kleines Büchlein!

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Hochzeit der Chani Kaufmann] von Eve Harris

Chani Kaufmann ist 19 und hübsch, besitzt aber einen ausgeprägt eigenen Kopf – nicht gerade die beste Voraussetzung für den Heiratsmarkt. Denn das junge Mädchen wächst in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London auf, in der man vor allem nach Gottgefälligkeit und Mäßigung strebt. Chanis Wahl fällt auf den 20jährigen Unternehmerssohn Baruch, der in Jerusalem studieren und erster Rabbi der Familie werden soll. Doch kann es gut gehen, wenn man noch nie die Hand eines Jungen gehalten hat und keine Ahnung, wie Ehe funktioniert und Glück? Antwort auf ihre Fragen erhofft sich Chani von der Rebbetzin Rebecca, die einst aus Liebe Sneakers und Jeans gegen lange Röcke und Perücke eintauschte.

Mit viel Einfühlungsvermögen beschreibt die Autorin einen Mikrokosmos, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint - ein interessanter, mitunter auch beklemmender Einblick in die jüdische Welt.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Der beste Tag meines Lebens] von Ashley Miller, für Leser ab 13 Jahren

Colin Fischer ist nicht wie andere Jungen in seinem Alter: er hat das Asperger –Syndrom: Gesichter lesen, Stimmungen erkennen, Gefühle begreifen -  all das ist für ihn eine Herausforderung. Nur mithilfe seines Notizbuches gelingt es ihm, sich in der Welt zurechtzufinden. Als jedoch einer seiner Mitschüler eines Verbrechens beschuldigt wird, sind es gerade Colins unvergleichliche Logik und sein unbestechlicher Blick auf andere Menschen, die dabei helfen, den Fall aufzuklären.

Das Buch ist kein Sachbuch, sondern ein leicht und flüssig geschriebener Roman mit sehr viel Witz und Humor. Ein Lehrstück übers „Anderssein“ und Freundschaft, über Vorurteile und Toleranz. Colin´s Tagebucheinträge sind manchmal urkomisch und öffnen Augen und Herzen. Dieses Buch berührt, begeistert und bewegt nicht nur Jugendliche.

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Christine Rautenberg, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Der Susan-Effekt] von Peter Hoeg

Susan ist Experimentalphysikerin und hat mit ihrem Mann, einem Komponisten, ein Zwillingspärchen. Und sie hat eine außergewöhnliche Gabe: Jeder, der mit ihr spricht, wird absolut aufrichtig. Mehrere hochkarätige Wissenschaftler kommen auf brutale Weise um, sie und ihre Familie werden Opfer in einem politischen Komplott und geraten selbst  in höchste Gefahr. Die exzentrische Dänenfamilie fühlt sich genötigt, die Welt vor finsteren Verschwörern zu retten. Susan, eine Intelligenzbestie mit Sex-Appeal und Muskelkraft, kämpft mit irrwitzigen Einfällen, technischem Know-How und ihrem einzigartigen Effekt darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Der Roman ist eine Mischung aus Geisterseherei und Verschwörungstheorien, mit Exkursen über Physik und Naturwissenschaften und lebensklugen Sätzen,  etwas überspannt, aber rasant geschrieben und wuchtig komponiert. Großartiger Lesestoff.

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Markus Schneider, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Gloria!] von Johanna Alba und Jan Chorin

Die Fastenzeit ist für unseren Papst Petrus II. immer besonders anstrengend. Seine strenge Haushälterin Immaculata (die im Vatikan das eigentliche Regiment führt) ist da sehr auf der Hut wegen der feinen Frühstücks-Cornettos. Wen wundert es also, dass der päpstliche Haussegen schief hängt. Daran kann auch die rasend gut aussehende Vatikansprecherin Guilia nichts ändern. Wohl aber der Gebein-Fund auf dem Dachboden. Denn es sollen die Gebeine des Heiligen Petrus sein. Ein großer Freudenschrei erfüllt den Vatikan, Rom und die ganze Welt. Aber ist das möglich? Nach der Prozession fehlt der Schädel... Und was hat die Queen damit zu tun?

Ein Gute-Laune-Krimi mit Gluckser-Garantie. Die herrlich skurrilen Figuren, die überbordende Situatinskomik und die abenteuerlichen Verwicklungen machen großen Spaß. Für alle, die mit den Allgäukrimis durch sind und sich ab und zu nach Italien träumen.

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Markus Schneider, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Der Wörterschmuggler] von Natalio Grueso

Die schöne Japanerin in Venedig gewährt nicht jedem die Gunst ihr in ihrem Boudoir beizuwohnen. Nur Männer, die ihr eine unerhörte Geschichte bringen, die sie zu Herzen rührt dürfen eintreten. Und Labastide? Er versucht schon viele Nächte lang diese eine Geschichte zu finden. Und in seinem bewegten und abenteuerlichen Leben hat dieser Filou schon viele Geschichten gehört: die Geschichte eines Fussballspieles das nie stattgefunden hat, oder die des Jungen, der heimlich Wörter an der Zensur vorbeischmuggelt. Welche Geschichte wird die Schöne hören wollen.

Eine moderne Fassung des Decamerone hat uns der spanische Autor und Künstler Natalio Grueso da zwischen die schön gestalteten Buchdeckel gepackt, eine Geschichte die nur so vor Fabulierkunst und schönen Einfällen strotzt. Eine Tasse Tee, ein gemütliches Sofa und schon können Sie in den Geschichten versinken. Viel Vergnügen.

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Simon Fortenbacher, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Mörderische Idylle] von Leif G. W. Persson

Es ist ein besonders heißer Sommer in Schweden. Die meisten Leute sind auf dem Land, um den hohen Temperaturen zu entkommen. Ein Mord in einer vermeintlich idyllischen Kleinstadt sorgt daher für Chaos bei der Zentralen Mordkommission in Stockholm. Eine Polizeikadettin ist augenscheinlich Opfer eines Sexualmörders geworden. Der unkonventionelle Kommissar Bäckström, dessen Interessen eher im Bereich Speis, Trank und Weib liegen, wird notgedrungen zum Leiter der Ermittlung ernannt. Obwohl seine Methoden und Moralvorstellungen zweifelhaft sind, nähert sich sein Team Schritt für Schritt dem Geheimnis hinter der Tat.

Mit einer dynamischen Sprache, die elegant zwischen den amüsant markigen Tönen Bäckströms und einer nüchternen Berichtssprache wechselt, lässt Persson dem Leser kaum eine Atempause. Die 500 Seiten fliegen nur so dahin.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Liebe mit zwei Unbekannten] von Antoine Laurain

Kann man sich in eine Frau verlieben, von der man nur die Handtasche kennt? Genau das passiert dem Buchhändler und Antiquar Laurent. Er findet eines Tages auf einer Mülltonne die Handtasche einer Fremden. Einzige Anhaltspunkte auf ihre Identität  bieten ein Notizbuch mit tagebuchähnlichen Eintragungen, ein Schlüsselanhänger mit Hieroglyphen, ein signiertes Buch, ein Flakon Parfum und ein Abholzettel für eine Reinigung. Fasziniert vom Inhalt macht sich Laurent auf die Suche nach der Unbekannten, der die Tasche gestohlen wurde, und die nach dem Überfall im Krankenhaus im Koma liegt.

Eine charmante, federleichte und typisch französische Lektüre.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Illusion des Getrenntseins] von Simon van Booy

Der kleine Martin ist gerade im Schulalter, als ihm seine Mutter am Küchentisch erzählt, wie ihr ein unbekannter Soldat in den Kriegstagen einfach ein Baby in den Arm gelegt hat. Fasziniert von der Geschichte begreift der Junge erst auf Nachfrage, dass er selbst dieses Baby war. Und es dauert Jahre, bis er versteht, warum sich seine Zieheltern so lange Zeit mit der Adoption gelassen haben. Verwirrt bricht er daraufhin sein Studium ab und macht sich auf die Suche nach seiner wahren Identität.

Kapitel für Kapitel taucht der Leser nun bruchstückhaft in das Leben fremder Menschen wie das des Kampffliegers John ein, um am Ende zu erkennen, wie eng die Schicksale miteinander verbunden sind.

Ein ungewöhnliches, verschachteltes Buch, das mit schönen und klugen Sätzen berührt und von der Kraft der Liebe und von Menschlichkeit erzählt.

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Martina Taube, Buchhandlung Taube Brackenheim empfiehlt

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[Agathe zählt die Sterne] von Catherine Rayner

Agathe liebt es zu zählen, sie zählt alles und bringt sogar ihren Freunden das Zählen bei. Sie zählt alles was ihr begegnet - nur was zählt man wenn es dunkel wird?

Ein hinreißend illustriertes Bilderbuch zum Vorlesen und für alle Giraffenliebhaber.

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Claudia Werning, Buchhandlung Taube Marbach empfiehlt

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[Die Ärztin von Tsingtau] von Sybille Spindler

Wir schreiben das Jahr 1910. Die junge Marie reist nach Medizinstudium und Promotion von Berlin nach Tsingtau, um die neue Heimat ihres Vaters kennenzulernen, der dort als Hafenbaumeister arbeitet. Gesellschaftliche Verpflichtungen wie Teenachmittage und Bälle sind der 24jährigen bald zu wenig. Neugierig erkundet sie auch das Chinesenviertel und erkennt schnell, dass es unter der idyllischen Fassade brodelt. Chaos, Armut und revolutionäre Unruhen bestimmen das dortige Leben. Als eine Seuche ausbricht, stellt Marie ihre Fähigkeiten als Ärztin zum Missfallen einiger Europäer wie selbstverständlich zur Verfügung. Und auch privat wird es aufwühlend für Marie- werben doch sowohl der Marinearchitekt Philipp als auch der Revolutionär Du Xündi um sie.

Sehr gut recherchierter Historienroman, der tiefe Einblicke in die chinesische Gesellschaft ermöglicht und gleichzeitig großes Kino bietet.

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